Für wen sind Zahnimplantate geeignet, und für wen nicht?

Kurz gesagt

Zahnimplantate sind für die meisten Erwachsenen geeignet, deren Kieferwachstum abgeschlossen ist und deren Allgemeinzustand einen kleinen chirurgischen Eingriff erlaubt; eine obere Altersgrenze gibt es nicht. Schlecht eingestellter Diabetes, Rauchen, unbehandelte Parodontitis, eine Bestrahlung des Kiefers und bestimmte Knochenmedikamente erhöhen das Risiko oder verlangen vorbereitende Schritte. Die Entscheidung fällt nach Untersuchung, Anamnese und DVT.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Gibt es eine Altersgrenze für Zahnimplantate?

Die untere Grenze bestimmt nicht das Geburtsdatum, sondern das Ende des Kieferwachstums. Laut der Cleveland Clinic muss das Wachstum abgeschlossen sein, bevor ein Implantat gesetzt wird; als Untergrenze nennt sie meist 18 Jahre. Bei Jugendlichen wird eine Lücke deshalb in der Regel vorübergehend anders geschlossen.

Eine obere Altersgrenze gibt es nicht. Die Cleveland Clinic nennt keine, und die American Dental Association (ADA) betont, dass die Allgemeingesundheit wichtiger ist als das Alter. In der systematischen Übersichtsarbeit von Schimmel und Kollegen (2018) lag die Überlebensrate von Implantaten bei Menschen ab 75 Jahren nach fünf Jahren bei 96,1 Prozent. Wie das Ende des Wachstums festgestellt wird und worauf es im höheren Alter ankommt, lesen Sie im Ratgeber Gibt es eine Altersgrenze für Zahnimplantate?

Warum spielt die Allgemeingesundheit eine Rolle?

Eine Implantation ist ein kleiner, aber echter chirurgischer Eingriff, und die Heilung hängt vom ganzen Körper ab. Laut ADA können chronische Erkrankungen wie Diabetes die Heilung nach dem Eingriff erschweren, weshalb manche Patientinnen und Patienten vorher ärztlich untersucht werden sollten. Die Cleveland Clinic zählt Knochenerkrankungen und bestimmte Autoimmunerkrankungen zu den Faktoren, die die Planung erschweren können.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für sich genommen kein Ausschlussgrund. In der Übersichtsarbeit von Schimmel und Kollegen waren die Überlebensraten bei diesen Patientinnen und Patienten mit denen Gesunder vergleichbar; entscheidend ist laut den Autoren das allgemeine Operationsrisiko. Deshalb ist eine vollständige Liste Ihrer Erkrankungen und Medikamente so wichtig. Was für Gerinnungshemmer gilt, erklärt der Ratgeber Blutverdünner und Zahnimplantate.

Sind Zahnimplantate bei Diabetes möglich?

Bei gut eingestelltem Diabetes in der Regel ja. In der systematischen Übersichtsarbeit von Wagner und Kollegen (2022) waren die Erfolgsraten bei gut eingestelltem Blutzucker ähnlich wie bei Menschen ohne Diabetes; bei schlechter Einstellung traten Entzündungen am Implantat häufiger auf. Schimmel und Kollegen weisen darauf hin, dass die Überlebensrate sinken kann, wenn der HbA1c-Wert über 8 Prozent liegt. Bringen Sie deshalb Ihre aktuellen Werte mit. Einzelheiten, auch zur deutschen S3-Leitlinie, finden Sie im Ratgeber Zahnimplantate bei Diabetes.

Was gilt für Rauchende?

Rauchen schließt Implantate nicht aus, erhöht aber das Risiko deutlich. In der Metaanalyse von Mustapha und Kollegen (2022) war die Wahrscheinlichkeit eines Implantatverlusts bei Rauchenden etwa 2,4-mal so hoch wie bei Nichtrauchenden, und der Knochenabbau um das Implantat war größer. Die Cleveland Clinic nennt auch E-Zigaretten als Störfaktor für die Heilung. Sprechen Sie das Thema bei der Voreinschätzung offen an; wann ein Rauchstopp am meisten bringt, steht im Ratgeber Rauchen und Zahnimplantate.

Was ist bei Osteoporose-Medikamenten zu beachten?

Die Osteoporose selbst steht Implantaten meist nicht im Weg; wichtig sind das Medikament, seine Dosis und der Grund der Einnahme. Bisphosphonate und Denosumab, sogenannte Antiresorptiva, können in seltenen Fällen eine Kiefernekrose auslösen, bei der Knochen im Mund freiliegt und über Wochen nicht heilt. Laut dem Positionspapier der American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons (AAOMS) von 2022 liegt dieses Risiko bei Osteoporose-Patientinnen und -Patienten unter 0,05 Prozent, bei Krebstherapie dagegen bei bis zu 5 Prozent.

Die deutsche S3-Leitlinie zu Zahnimplantaten unter Knochenantiresorptiva (DGI/DGZMK, Stand 2026) hält Implantate unter diesen Medikamenten für möglich, verlangt aber vor jeder Implantation eine Bewertung des individuellen Kiefernekroserisikos. Setzen Sie Ihr Medikament nie selbst ab. Wie Risiko, Leitlinienempfehlungen und die Abstimmung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Deutschland zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Osteoporose-Medikamente und Zahnimplantate.

Was gilt nach einer Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich?

Eine Strahlentherapie, die den Kiefer einschließt, kann das langfristige Ergebnis verschlechtern. Schimmel und Kollegen fanden einen Zusammenhang zwischen Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich und niedrigeren Überlebensraten der Implantate. Sie empfehlen eine sorgfältige Planung und einen ausreichenden Abstand von mehr als zwölf Monaten nach Ende der Bestrahlung. In solchen Fällen wird die Implantation in Abstimmung mit den behandelnden Onkologinnen und Onkologen geplant; bringen Sie Ihre Entlassbriefe und den Bestrahlungsplan mit.

Sind Implantate in der Schwangerschaft möglich?

Eine Implantation ist ein planbarer, nicht dringender Eingriff und wird in der Schwangerschaft in der Regel auf die Zeit nach der Geburt verschoben. Das heißt nicht, dass Zahnbehandlungen ausgeschlossen sind: Die ADA empfiehlt, auch in der Schwangerschaft zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt zu gehen, und hält notwendige Behandlungen wie Zahnreinigung und Füllungen mit örtlicher Betäubung für sicher. Sagen Sie uns Bescheid, wenn Sie schwanger sein könnten. Mehr dazu im Ratgeber Zahnbehandlung in der Schwangerschaft.

Verhindern Parodontitis oder zu wenig Knochen ein Implantat?

Eine unbehandelte Parodontitis muss vor der Implantation behandelt werden. Die Cleveland Clinic zählt aktive Zahnfleischerkrankungen, ausgedehnte Karies und unzureichende Mundhygiene zu den Faktoren, die Implantate erschweren. Ist die Entzündung unter Kontrolle, können Implantate neu bewertet werden. Wie eine in Deutschland begonnene Parodontitisbehandlung und eine Implantation in der Türkei zusammenpassen, erklärt der Ratgeber Parodontitis und Zahnimplantate.

Zu wenig Knochen bedeutet meist keinen Ausschluss, sondern einen zusätzlichen Schritt. Laut der Cleveland Clinic braucht ein Implantat genügend gesunden Knochen; fehlt er, kann er aufgebaut werden. Die Verfahren beschreiben die Ratgeber Knochenaufbau vor Implantaten und Sinuslift.

Was prüft die Zahnärztin oder der Zahnarzt bei der Untersuchung?

In der Untersuchung werden in der Regel folgende Punkte betrachtet:

  1. Krankengeschichte: chronische Erkrankungen, Operationen, Bestrahlungen und alle Medikamente
  2. Gewohnheiten: Rauchen, E-Zigarette, Zähneknirschen oder -pressen
  3. Mundbefund: Zahnfleisch, Karies, Mundhygiene und Biss
  4. DVT (digitale Volumentomographie): Höhe und Breite des Knochens sowie der Abstand zu Nervkanal und Kieferhöhle in drei Dimensionen
  5. Zusatzinformationen bei Bedarf: Blutzuckerwerte oder eine Stellungnahme Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihres behandelnden Arztes

Die Verbraucherzentrale berichtet aus einer Befragung von 600 Implantatpatientinnen und -patienten, dass etwa ein Drittel die eigenen Risikofaktoren nicht kannte. Sie rät, auf eine ausführliche Aufklärung über Risiken, Alternativen und Gesamtkosten zu bestehen. Am Ende der Untersuchung kann das Implantat direkt geplant werden, es kann ein Vorbereitungsschritt wie Parodontitisbehandlung oder Knochenaufbau nötig sein, oder eine Brücke oder Prothese erweist sich als die passendere Lösung. Den Vergleich finden Sie im Ratgeber Implantat oder Brücke.

Was bedeutet das für eine Behandlung in der Türkei?

Die meisten Fragen zur Eignung lassen sich schon vor der Reise klären. Schicken Sie uns per WhatsApp Fotos Ihrer Zähne, vorhandene Röntgenbilder und eine Liste Ihrer Erkrankungen und Medikamente mit Wirkstoff und Dosierung; so erhalten Sie eine erste Voreinschätzung. Wenn Sie Diabetes haben, Antiresorptiva einnehmen, bestrahlt wurden oder Gerinnungshemmer nehmen, lassen Sie sich in Deutschland einen aktuellen Befund oder eine kurze Stellungnahme geben und bringen Sie diese mit. Eine Checkliste steht im Ratgeber Unterlagen für die Zahnbehandlung in der Türkei.

Eine Voreinschätzung ersetzt keine Untersuchung: Die endgültige Entscheidung fällt vor Ort nach Untersuchung und DVT. Planen Sie deshalb den Rückflug nicht zu knapp und rechnen Sie damit, dass ein Vorbereitungsschritt die Zahl der Reisen verändern kann. Wie viele Aufenthalte in der Regel nötig sind, erklärt der Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?

Wie prüfen wir die Eignung für Implantate bei Rönesans?

In unserer Praxis in Serdivan beginnt jede Implantatplanung mit dem Gespräch über Ihre Krankengeschichte und Medikamente, der Untersuchung des Mundes und einer DVT. Bei zu wenig Knochen führen wir Knochenaufbau und Sinuslift selbst durch; bei Bedarf ist eine Behandlung unter Vollnarkose möglich. Ihren Fall besprechen unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte gemeinsam, und Sie wissen von Anfang an, wer Sie behandelt.

Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan; der Preis steht nach der Untersuchung fest. Nach der Implantation erhalten Sie einen Implantatpass, und die Nachsorge per WhatsApp ist Teil der Behandlung. Für Fotos und Fragen erreichen Sie uns per WhatsApp unter +90 532 363 49 54, telefonisch unter +90 264 606 09 43. Mehr zum Ablauf auf den Seiten Zahnimplantate und Zahnbehandlung in der Türkei.

Quellen
  1. Dental Implants – Cleveland Clinic
  2. Implants – MouthHealthy, American Dental Association (ADA)
  3. Pregnancy and your dental health – MouthHealthy, American Dental Association (ADA)
  4. Schimmel M, Srinivasan M, McKenna G, Müller F. Effect of advanced age and/or systemic medical conditions on dental implant survival: A systematic review and meta-analysis. Clinical Oral Implants Research, 2018.
  5. Wagner J, Spille JH, Wiltfang J et al. Systematic review on diabetes mellitus and dental implants: an update. International Journal of Implant Dentistry, 2022.
  6. Ruggiero SL, Dodson TB, Aghaloo T et al. Medication-Related Osteonecrosis of the Jaw – 2022 Update. Positionspapier der American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons (AAOMS), 2022.
  7. Mustapha AD, Salame Z, Chrcanovic BR. Smoking and Dental Implants: A Systematic Review and Meta-Analysis. Medicina, 2022.
  8. S3-Leitlinie Zahnimplantate bei medikamentöser Behandlung mit Knochenantiresorptiva (inkl. Bisphosphonate), AWMF-Register 083-026, Langfassung, Stand März 2026 – DGI/DGZMK
  9. S3-Leitlinie Antiresorptiva-assoziierte Kiefernekrosen (AR-ONJ), AWMF-Register 007-091, Stand Dezember 2018 – DGMKG
  10. Implantate können auch Risiken und Nebenwirkungen haben – Verbraucherzentrale

Häufige Fragen

Brauche ich für Implantate ein Attest von meiner Hausärztin oder meinem Hausarzt?

Nicht in jedem Fall. Laut der American Dental Association (ADA) kann es bei manchen Patientinnen und Patienten sinnvoll sein, vor einer Implantation ärztlich untersucht zu werden. Bei schlecht eingestelltem Diabetes, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer Krebstherapie kann die Zahnarztpraxis einen aktuellen Befund oder eine Stellungnahme der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes erbitten. Solche Unterlagen holen Sie am besten schon in Deutschland ein.

Ich nehme Blutverdünner. Muss ich sie vor der Implantation absetzen?

Nein, nicht auf eigene Faust. Wer Gerinnungshemmer selbst absetzt, erhöht das Risiko genau der Gefäßverschlüsse, die das Medikament verhindern soll. Nennen Sie uns bei der Voreinschätzung Wirkstoff und Dosierung. Ob vor dem Eingriff eine Anpassung nötig ist, entscheidet die Zahnärztin oder der Zahnarzt gemeinsam mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt in Deutschland.

Sollte ich vor Beginn einer Osteoporose-Therapie zum Zahnarzt gehen?

Ja, das empfiehlt die deutsche S3-Leitlinie zu Antiresorptiva-assoziierten Kiefernekrosen: Vor Beginn einer Therapie mit Bisphosphonaten oder Denosumab soll eine zahnärztliche Untersuchung mit Behandlung von Entzündungsherden stattfinden. Die Leitlinie betont zugleich, dass der Beginn einer Osteoporose-Therapie wegen des geringen Nekroserisikos nicht aus zahnärztlichen Gründen verzögert werden soll. Besprechen Sie eine geplante Implantation also früh mit beiden Seiten.

Ich trage eine Vollprothese und bin über 70. Kann ich noch auf Implantate wechseln?

In vielen Fällen ja. In der systematischen Übersichtsarbeit von Schimmel und Kollegen (2018) werden implantatgetragene Prothesen bei älteren Menschen als vorhersagbare Behandlung mit sehr niedrigen Verlustraten beschrieben. Gerade eine lockere Unterkieferprothese lässt sich mit wenigen Implantaten stabilisieren. Ob das bei Ihnen möglich ist, zeigen Untersuchung und DVT.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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