Wo liegt die Kieferhöhle, und was hat sie mit den oberen Backenzähnen zu tun?
Die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) ist ein luftgefüllter Hohlraum im Oberkieferknochen. Laut der Patienteninformation der Cambridge University Hospitals liegen die Kieferhöhlen seitlich der Nase, oberhalb der oberen Vorbacken- und Backenzähne und unterhalb der Augen. Innen sind sie mit einer dünnen Schleimhaut ausgekleidet.
Wegen dieser Nachbarschaft, die auch die Patienteninformation der Zahnklinik der Ege-Universität in Izmir betont, wird bei der Implantatplanung im hinteren Oberkiefer die Lage der Kieferhöhle immer einbezogen.
Warum reicht die Knochenhöhe im Oberkiefer oft nicht aus?
Nach dem Verlust der oberen Backenzähne treffen oft zwei Veränderungen zusammen:
- Der Knochen schrumpft: Nach einer Zahnentfernung wird der Knochen um das ehemalige Zahnfach mit der Zeit schmaler und niedriger. Das beschreiben wir im Ratgeber Knochenaufbau vor Implantaten.
- Die Kieferhöhle senkt sich: Laut der Ege-Universität dehnt sich die Kieferhöhle nach dem Verlust der Backenzähne nach unten aus und nähert sich der Mundhöhle.
Zusammen kann das dazu führen, dass zwischen Kieferhöhlenboden und Mundhöhle zu wenig Knochen für ein Implantat bleibt. Die American Academy of Periodontology (AAP) zählt den hinteren Oberkiefer deshalb zu den Regionen, die wegen geringer Knochenmenge und -qualität und der Nähe zur Kieferhöhle traditionell als schwierig für Implantate gelten. Auch die Patientenbroschüre der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) weist darauf hin, dass der Knochen im hinteren Oberkiefer wegen der Kieferhöhle oft dünn ist und zuerst aufgebaut werden muss.
Wann ist ein Sinuslift nötig?
Ein Sinuslift kommt in Frage, wenn im hinteren Oberkiefer Implantate geplant sind und unter dem Kieferhöhlenboden nicht genug Knochenhöhe vorhanden ist. Laut Cambridge University Hospitals ist das Ziel, unter der Kieferhöhle genug Knochen für ein Implantat zu schaffen. Dazu wird die Schleimhaut, die die Kieferhöhle auskleidet, vorsichtig angehoben und der entstandene Raum mit Knochenersatzmaterial gefüllt. Die AAP beschreibt den Eingriff als Anheben des Kieferhöhlenbodens, um Knochen für Implantate zu gewinnen.
Bei der Entscheidung werden in der Regel beurteilt:
- die im DVT gemessene Knochenhöhe unter dem Kieferhöhlenboden
- die Zahl der fehlenden Zähne und der geplanten Implantate
- Rauchen und allgemeiner Gesundheitszustand
- Alternativen wie Brücke oder herausnehmbare Prothese
Wenn Sie eine Nasennebenhöhlenentzündung hatten oder regelmäßig haben, sagen Sie das bitte vor der Planung; das fließt in die Beurteilung ein.
Was ist der Unterschied zwischen externem und internem Sinuslift?
Es gibt zwei grundlegende Wege. Welcher gewählt wird, hängt vor allem von der vorhandenen Knochenhöhe und davon ab, wie viel zusätzlicher Knochen nötig ist.
| Merkmal | Externer Sinuslift (laterales Fenster) | Interner Sinuslift (krestal) |
|---|---|---|
| Zugang | Kleines Fenster in der seitlichen Knochenwand | Durch den für das Implantat gebohrten Kanal |
| Wann? | Wenn deutlich mehr Knochenhöhe nötig ist | Wenn wenig zusätzliche Höhe genügt |
| Implantat | Bei ausreichendem Restknochen sofort, sonst nach Einheilung des Materials in einem zweiten Eingriff | In der Regel im selben Eingriff |
Die Universitätsklinik Freiburg beschreibt den externen Sinuslift so: In der seitlichen Kieferhöhlenwand wird ein Knochenfenster angelegt, die Schleimhaut angehoben und der Hohlraum mit eigenem Knochen, Knochenersatzmaterial oder einer Kombination gefüllt; die Kieferhöhle selbst wird dabei nicht eröffnet. Laut der Zahnklinik der Universität Cork wird das Zahnfleisch danach mit selbstauflösenden Fäden verschlossen.
Beim internen Sinuslift wird laut Cambridge University Hospitals der Kieferhöhlenboden durch den Implantatkanal vorsichtig angehoben, bei Bedarf Material eingebracht und das Implantat im selben Eingriff gesetzt. Dieselbe Quelle nennt dafür einen Bedarf von etwa 3 Millimetern zusätzlicher Knochenhöhe. Auch die Universitätsklinik Freiburg beschreibt den internen Sinuslift als Anheben des Kieferhöhlenbodens über den Implantatschacht während der Implantation.
Wie verläuft die Heilung nach einem Sinuslift?
Cambridge University Hospitals beschreiben den normalen Verlauf so:
- Die Schwellung ist meist am zweiten Tag am stärksten.
- Ein Bluterguss an der Wange kann sich bis zum Unterkiefer ausbreiten.
- Ab etwa dem zehnten Tag, wenn die Fäden gezogen werden, fühlen sich die meisten besser.
- Nach zwei bis drei Wochen fühlen sich die meisten wieder normal.
Laut der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der McGill University kann es in den ersten 24 bis 48 Stunden leicht nachbluten; in den Tagen und Wochen danach können gelegentlich kleine Körnchen des Materials aus dem Mund kommen. Das Mund- und Zahngesundheitszentrum Rize des türkischen Gesundheitsministeriums weist darauf hin, dass leicht blutiger Ausfluss aus der Nase nach einem Sinuslift normal ist.
Bis das Material fest mit dem eigenen Knochen verwachsen ist, dauert es länger. Wird das Implantat in einem zweiten Eingriff gesetzt, nennen Cambridge University Hospitals dafür 4 bis 9 Monate, die Zahnklinik der Universität Cork etwa sechs Monate, die Universitätsklinik Freiburg drei bis sechs Monate und die BLZK ungefähr drei Monate. Die Spanne zeigt: Der Zeitpunkt ist individuell und wird nach Kontrolle und Röntgenbild festgelegt.
Was sollten Sie nach einem Sinuslift vermeiden?
Laut dem Zentrum Rize erhöht Naseputzen den Druck in der Kieferhöhle; das kann Blutungen verstärken und das eingebrachte Material verschieben. In den ersten Wochen wird deshalb alles vermieden, was Druck in der Kieferhöhle erzeugt:
- Nicht die Nase putzen: Cambridge University Hospitals raten zu zwei Wochen, McGill zu mindestens einer Woche. Die Nase bei Bedarf nur vorsichtig abtupfen.
- Mit offenem Mund niesen: McGill, das Zentrum Rize und die BLZK raten davon ab, mit geschlossenem Mund oder zugehaltener Nase zu niesen.
- Keinen Strohhalm benutzen und nicht kräftig spülen: McGill empfiehlt, das mindestens eine Woche zu unterlassen.
- Keine Blasinstrumente spielen: Auch das steht auf der Liste von McGill.
- Flugreisen verschieben: McGill rät, mindestens zwei Wochen nicht zu fliegen (mehr dazu im nächsten Abschnitt).
- Schwere körperliche Anstrengung vermeiden: McGill nennt dafür zwei Wochen.
- Nicht rauchen: Laut Cambridge University Hospitals heilt das Material bei Rauchenden häufiger nicht ein.
Die verordneten Medikamente nehmen Sie wie besprochen ein. Da die Quellen unterschiedliche Fristen nennen, gelten für Sie die Angaben Ihrer Zahnärztin oder Ihres Zahnarztes.
Wann dürfen Sie nach einem Sinuslift wieder fliegen?
Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland ist das die entscheidende Frage, denn sie bestimmt die Länge des ersten Aufenthalts. Zum Fliegen nach zahnärztlichen Eingriffen gibt es wenig Forschung. Ein Artikel von Felkai und Kollegen im British Dental Journal (2023) weist darauf hin, dass die meisten Daten von militärischem Flugpersonal stammen, und versteht seine Richtwerte als Ausgangspunkt für die Entscheidung der Zahnärztin oder des Zahnarztes. Für aufwendigere Eingriffe wie Sinuslift oder Knochenaufbau nennt er als frühesten Zeitpunkt zwei Wochen, sofern keine Schmerzen, Schwellung oder Blutung bestehen. Als Empfehlung nennt die Zusammenfassung des Artikels sechs Wochen nach einem Sinuslift; außerdem raten die Autoren, vor dem Flug auf Anzeichen einer Nebenhöhlenentzündung zu achten.
Praktisch bedeutet das: Buchen Sie den Rückflug erst, wenn der Zeitplan nach Untersuchung und DVT feststeht, und wählen Sie möglichst ein flexibles Ticket. Wie sich Sinuslift und Knochenaufbau auf die Zahl und Dauer der Aufenthalte auswirken, erklärt der Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?.
Bei welchen Anzeichen sollten Sie sich melden?
Laut Cambridge University Hospitals und McGill University sollten Sie nicht bis zum Kontrolltermin warten, wenn:
- Schmerzen oder Schwellung nach den ersten Tagen zunehmen statt abzuklingen
- hellrotes Blut anhaltend fließt (erwartbar ist dunkles, langsam sickerndes Blut)
- Sie nach Niesen oder Naseputzen das Gefühl haben, dass sich etwas verschoben hat
- Fieber auftritt (McGill nennt 38 °C als Grenze) oder Sie sich allgemein krank fühlen
- ein schlechter Geschmack oder Geruch im Mund entsteht
- Luft durch die Wunde zu strömen scheint
- Lippe oder Wange länger als drei Wochen taub bleiben
Die Ege-Universität weist darauf hin, dass bei einer Verbindung zwischen Kieferhöhle und Mund Flüssigkeit aus der Nase kommen kann. Wenn Ihnen Getränke aus der Nase laufen, melden Sie sich bitte ohne Verzögerung. Sind Sie bereits zu Hause, ist bei akuten Beschwerden eine Zahnarztpraxis oder der zahnärztliche Notdienst in Ihrer Nähe die erste Anlaufstelle; schicken Sie uns zusätzlich eine Nachricht mit Fotos per WhatsApp (siehe Nachsorge).
Wie planen wir einen Sinuslift bei Rönesans?
In unserer Praxis in Serdivan werden Knochenhöhe, Knochenbreite und der Abstand zur Kieferhöhle mit einem DVT beurteilt. Knochenaufbau und Sinuslift führen wir in unserer Praxis durch; bei Bedarf kann die Behandlung in Vollnarkose erfolgen. Für eine Voreinschätzung können Sie uns vorhandene Röntgenbilder per WhatsApp an +90 532 363 49 54 schicken; verbindlich zeigt den Bedarf aber erst das DVT vor Ort.
Ob und welche Methode in Frage kommt und ob das Implantat im selben Eingriff gesetzt werden kann, besprechen wir mit Ihnen nach der Untersuchung. Daraus ergeben sich Zahl und Dauer Ihrer Aufenthalte, die wir an Ihre Reisedaten anpassen. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan; Transfer ab Istanbul und Unterkunft in Sapanca sind im Behandlungspreis enthalten. Bei der Abreise bekommen Sie Kopien Ihrer Behandlungszusammenfassung und Röntgenbilder für Ihre Zahnarztpraxis zu Hause. Mehr auf der Seite Zahnimplantate und im Ratgeber Knochenaufbau vor Implantaten.