Was sind feste Zähne auf vier oder sechs Implantaten?
Fehlen alle Zähne eines Kiefers oder lassen sich die verbliebenen nicht erhalten, trägt eine begrenzte Zahl von Implantaten eine feste Brücke mit der gesamten Zahnreihe. Nach der systematischen Übersichtsarbeit für die 6. ITI-Konsensuskonferenz (Polido und Kollegen, 2018) waren die häufigsten Zahlen: in Studien mit weniger als fünf Implantaten meist vier, in Studien mit fünf und mehr Implantaten im Oberkiefer meist sechs und im Unterkiefer meist fünf.
Bei beiden Konzepten nehmen Sie die Brücke nicht selbst heraus. Laut Cleveland Clinic lassen sich auf Implantaten befestigte Brücken für den ganzen Kiefer zu Hause nicht abnehmen; bei Bedarf löst die Zahnärztin oder der Zahnarzt sie zur Wartung. Ablauf und Eignung beschreibt die Seite Feste Zähne auf Implantaten; dieser Ratgeber konzentriert sich auf den Unterschied zwischen vier und sechs Implantaten.
Worin unterscheiden sich die beiden Konzepte?
Laut ITI-Konsenserklärung wurden in den meisten Studien mit vier Implantaten die hinteren Implantate schräg nach hinten geneigt gesetzt, in den meisten Studien mit sechs Implantaten standen sie parallel. Die Tabelle fasst die typischen Unterschiede zusammen:
| Thema | Vier Implantate | Sechs Implantate |
|---|---|---|
| Implantate pro Kiefer | vier | in der Regel sechs |
| Position der hinteren Implantate | meist schräg nach hinten geneigt | meist gerade und parallel |
| Knochenbedarf | schräge Implantate können den vorhandenen Knochen besser nutzen | ausreichend Knochen an mehr Stellen nötig |
| Lastverteilung | jedes Implantat trägt einen größeren Anteil | Last verteilt sich auf mehr Implantate |
| Aufbau der Brücke | in der Regel aus einem Stück | aus einem Stück oder geteilt |
| Eingriff | weniger Implantate werden gesetzt | mehr Implantate werden gesetzt |
Was zeigen Studien zum Vergleich von vier und sechs Implantaten?
Die Übersichtsarbeit von Polido und Kollegen wertete 93 Studien aus, darunter neun randomisierte, aufgeteilt in Konzepte mit weniger als fünf und mit fünf oder mehr Implantaten:
- Oberkiefer: Mit weniger als fünf Implantaten überlebten 97 Prozent der Implantate und 98 Prozent der Brücken; mit fünf und mehr Implantaten 95 Prozent der Implantate und 98,5 Prozent der Brücken.
- Unterkiefer: Mit weniger als fünf Implantaten 97 Prozent der Implantate und 99 Prozent der Brücken; mit fünf und mehr Implantaten 95 Prozent der Implantate und 98 Prozent der Brücken.
Die Unterschiede waren statistisch nicht signifikant. Die Autorinnen und Autoren nennen aber Einschränkungen: 84 der 93 Studien waren nicht randomisiert, die Nachbeobachtung bei weniger als fünf Implantaten war kürzer (im Median 5,5 Jahre), und untersucht wurde nur das Überleben, nicht Knochenabbau oder technische Probleme.
Eine randomisierte Studie mit direktem Vergleich (Tallarico und Kollegen, 2016) versorgte 40 Oberkiefer mit vier oder sechs schablonengeführt gesetzten und sofort belasteten Implantaten. Nach fünf Jahren waren in der Sechs-Implantat-Gruppe 5 Prozent der Implantate verloren, in der Vier-Implantat-Gruppe 1,25 Prozent, ohne signifikanten Unterschied; keine Brücke ging verloren. Auch der Knochenabbau an den Implantaten (1,71 gegenüber 1,51 Millimetern) unterschied sich nicht signifikant. Die Autoren halten beide Konzepte mittelfristig für vorhersagbar und fordern längere Studien. Die S3-Leitlinie der DGI und DGZMK zum zahnlosen Oberkiefer (Stand 2020) führt diese Studie in ihren Evidenztabellen und bewertet in ihrem Hintergrundtext Versorgungen auf vier und mehr Implantaten unter bestimmten Voraussetzungen als sicher.
Polido und Kollegen betonen zudem, dass im Oberkiefer neben der Zahl auch die Verteilung der Implantate von vorn nach hinten zählt. Aus der Zahl allein lässt sich kein Ergebnis ableiten.
Wozu dienen schräg gesetzte Implantate?
Bei vier Implantaten werden die beiden hinteren meist schräg nach hinten geneigt. Laut Polido und Kollegen verkürzt das den freitragenden Teil der Brücke hinter dem letzten Implantat (Kantilever) und kann den Bedarf an Knochenaufbau verringern. In 18 Studien mit zwei geraden vorderen und zwei schrägen hinteren Implantaten im Oberkiefer überlebten im Mittel 97,8 Prozent der Implantate und 99 Prozent der Brücken.
Die systematische Übersicht von Del Fabbro und Kollegen (2012) wertete zehn Studien mit 1.992 sofort belasteten Implantaten (966 davon schräg) aus. Im ersten Jahr gingen 1,25 Prozent der Implantate verloren, ohne Unterschied zwischen schrägen und geraden; kein Zahnersatz ging verloren. Die Autoren halten schräge Implantate kurz- und mittelfristig für vorhersagbar, fordern aber Langzeitstudien.
Schräge Implantate ersetzen den Knochenaufbau nicht in jedem Fall. Mehr dazu in den Ratgebern Knochenaufbau vor Implantaten und Sinuslift.
Wie beeinflussen Knochen und Kiefer die Entscheidung?
Polido und Kollegen beschreiben, dass der Knochen im hinteren Oberkiefer häufig abgebaut ist; ein Aufbau ist dort vorhersagbar, verlängert aber die Behandlung. Im vorderen Unterkiefer ist der Knochen in der Regel dichter.
Nach den klinischen Empfehlungen des ITI werden für eine einteilige feste Brücke mindestens vier gut verteilte Implantate empfohlen. Polido und Kollegen halten zwei Implantate im Oberkiefer nicht für vertretbar und drei für umstritten, weil der Verlust eines Implantats zum Verlust der Brücke führen kann. Das ITI empfiehlt Knochenaufbau, wenn Zahl oder Verteilung der Implantate verbessert werden müssen. Auch die Techniker Krankenkasse betont, dass die Implantatplanung eine Einzelfallentscheidung ist, die vom vorhandenen Knochen und möglichen Aufbaumaßnahmen abhängt.
Das DVT ist dabei entscheidend: Es zeigt Höhe und Breite des Knochens und die Lage von Kieferhöhle und Nervkanal. Wie Allgemeinerkrankungen die Planung beeinflussen, lesen Sie in den Ratgebern Implantate bei Diabetes und Rauchen und Zahnimplantate.
Was bedeutet die Wahl für Pflege und Langzeitverlauf?
Das ITI empfiehlt, bei der Wahl der Implantatzahl mitzudenken, wie sich ein späterer Verlust eines Implantats auf die Abstützung der Brücke auswirkt; zusätzliche Implantate können eine geteilte statt einer einteiligen Brücke ermöglichen.
Laut Cleveland Clinic wird eine feste Brücke auf Implantaten mit einer weichen Bürste geputzt; unter der Brücke helfen Zahnseide mit Einfädelhilfe und Interdentalbürsten. Das ITI zählt ausreichend Platz für die Reinigung zu den Planungskriterien. Anleitungen finden Sie im Ratgeber Zahnersatz auf Implantaten pflegen, die Warnzeichen einer Entzündung im Ratgeber Periimplantitis.
Wie wird entschieden, was zu Ihnen passt?
Das ITI empfiehlt, zuerst den endgültigen Zahnersatz zu planen und daraus die Chirurgie abzuleiten. Zu berücksichtigen sind unter anderem:
- Material der Brücke und ob sie einteilig oder geteilt wird
- ästhetische Faktoren wie Lippenstütze und Lachlinie
- Zähne im Gegenkiefer und verfügbarer Platz für die Brücke
- Volumen, Qualität und anatomische Grenzen des Kieferknochens
- Verteilung der Implantate und Länge des Kantilevers
- ausreichend Platz für Reinigung und Pflege
- Wunsch der Patientin oder des Patienten und Mitarbeit bei der Pflege
Fragen für Ihre Untersuchung: Reicht mein Knochen für vier oder sechs Implantate, oder ist ein Aufbau nötig? Wird meine Brücke einteilig oder geteilt? Welches Provisorium trage ich in der Einheilzeit, und wie reise ich damit nach Hause? Wie reinige ich unter der Brücke, und wo finden die Kontrollen statt?
Was bedeutet das für eine Behandlung in der Türkei?
Für feste Zähne auf Implantaten sind in der Regel zwei Aufenthalte nötig: Beim ersten werden Zähne entfernt, falls nötig, die Implantate gesetzt und je nach Befund ein Provisorium eingegliedert; beim zweiten, nach der Einheilzeit, wird die endgültige Brücke angefertigt und befestigt. Ob vier oder sechs Implantate geplant sind, ändert daran wenig; ein Knochenaufbau kann dagegen einen weiteren Aufenthalt bedeuten. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber Feste Zähne auf Implantaten: Ablauf, die Zeit mit dem Provisorium der Ratgeber Provisorium auf Implantaten.
Schicken Sie uns für eine Voreinschätzung Fotos und vorhandene Röntgenbilder per WhatsApp an +90 532 363 49 54; ein Teammitglied mit Deutsch als Muttersprache antwortet Ihnen. Transfer von den Istanbuler Flughäfen und Unterkunft in Sapanca sind im Behandlungspreis enthalten. Bei der Abreise erhalten Sie Kopien Ihrer Röntgenbilder, eine Behandlungszusammenfassung und den Implantatpass; Fragen zwischen den Aufenthalten und nach der Rückkehr beantworten wir per WhatsApp (siehe Nachsorge).
Wie planen wir vier oder sechs Implantate bei Rönesans?
In unserer Praxis in Serdivan werden feste Brücken für den ganzen Kiefer auf vier oder sechs Implantaten eingegliedert. Welches Konzept für Sie passt, oder ob eine andere Zahl sinnvoll ist, wird bei der Untersuchung entschieden; der Knochen wird mit dem DVT der Praxis beurteilt. Knochenaufbau und Sinuslift führen wir in der Praxis durch; bei Bedarf ist eine Behandlung in Vollnarkose möglich. Die Brücke fertigt das zahntechnische Labor, mit dem wir zusammenarbeiten, mit CAD/CAM.
Sie wissen von Anfang an, wer Sie behandelt, und erhalten vor Behandlungsbeginn einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan; Hersteller und Modell der Implantate stehen darin, die Chargenangaben im Implantatpass. Auf unsere Behandlungen geben wir eine Garantie zu festgelegten Bedingungen für Probleme, die nicht von Ihnen verursacht wurden; Einzelheiten erklären wir vor Behandlungsbeginn. Wie viele Implantate bei anderen Ausgangslagen nötig sind, erklärt der Ratgeber Wie viele Implantate braucht man?.