Wie lange dauert eine Implantatbehandlung von der Beratung bis zum festen Zahn?
Die Dauer einer Implantatbehandlung wird nicht vom Eingriff bestimmt, sondern von der Einheilzeit. Das Einsetzen eines Implantats dauert laut der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) in der Regel 30 bis 60 Minuten; danach muss das Implantat mit dem Kieferknochen verwachsen, bevor es einen Zahn tragen kann. Die Angaben deutscher Quellen zur Gesamtdauer liegen nahe beieinander:
- Laut der DGI-Patientenbroschüre ist die Behandlung in der Regel binnen drei bis vier Monaten abgeschlossen, wenn kein Knochenaufbau nötig ist.
- Das Universitätsklinikum Heidelberg gibt eine durchschnittliche Einheilphase von drei Monaten an, die sich bei umfangreichen knochenaufbauenden Maßnahmen auf bis zu sechs Monate verlängern kann; insgesamt seien in der Regel sechs bis acht Sitzungen nötig.
- Das Universitätsklinikum Dresden nennt eine Einheilzeit von drei bis sechs Monaten, das Universitätsklinikum Gießen und Marburg vier bis sechs Monate.
Die Cleveland Clinic beschreibt für das Verwachsen von Knochen und Implantat eine Spanne von drei bis neun Monaten, abhängig vom individuellen Heilungstempo. Kommen Zahnentfernungen, Knochenaufbau oder Sinuslift hinzu, verlängert sich die Dauer um Monate.
Dieser Ratgeber erklärt die Gesamtdauer und ihre Phasen. Wie viele Tage Sie für jeden Aufenthalt in der Türkei einplanen sollten, behandelt der Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?
Aus welchen Phasen besteht die Behandlung?
Die DGI gliedert die Behandlung in ein Zeitschema, das sich mit der Beschreibung des Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust deckt:
- Diagnostik und Planung: Untersuchung, Röntgen oder DVT (digitale Volumentomographie), Abformung und Behandlungsplan.
- Implantation: Das Implantat wird unter örtlicher Betäubung eingesetzt, das Zahnfleisch vernäht. Den Eingriff selbst beschreibt der Ratgeber Wie läuft eine Implantation ab?
- Einheilphase: Die DGI nennt sechs bis zwölf Wochen; die Universitätskliniken geben, wie oben beschrieben, drei bis sechs Monate an. Dies ist die längste Phase.
- Freilegung und Abformung: Ist das Implantat unter dem Zahnfleisch eingeheilt, wird es in einem kleinen Eingriff freigelegt; danach wird abgeformt.
- Zahnersatz: Laut DGI dauert die Herstellung ein bis zwei Wochen, die prothetische Phase umfasst je nach Umfang drei bis acht Sitzungen. Krone, Brücke oder Prothese werden anprobiert, angepasst und befestigt.
Laut Guy’s and St Thomas’ kommt bei zu wenig Knochen vor der Implantation eine Phase Knochenaufbau hinzu. Muss der Zahn erst entfernt werden, zählt auch die Zeit nach der Zahnentfernung zur Gesamtdauer.
Wie lange dauert die Einheilung, und warum ist sie im Oberkiefer oft länger?
Bei der Einheilung, der Osseointegration, bildet sich neuer Knochen direkt an der Implantatoberfläche. Die Patientenzeitschrift ZahnRat der ostdeutschen Landeszahnärztekammern beschreibt, dass das Implantat nach 90 Tagen mit ungefähr 80 bis 90 Prozent seiner Oberfläche festen knöchernen Kontakt hat.
Im Oberkiefer wird in der Regel länger gewartet als im Unterkiefer. Guy’s and St Thomas’ nennt mindestens drei Monate, bevor ein Implantat Zahnersatz tragen kann. Die American Academy of Periodontology beschreibt den hinteren Oberkiefer als eine der schwierigsten Regionen für Implantate, weil Knochenmenge und Knochenqualität dort häufig unzureichend sind und die Kieferhöhle nahe liegt. Deshalb planen viele Behandelnde im Oberkiefer eine längere Einheilzeit ein; Ihre individuelle Wartezeit legt Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt nach Befund und DVT fest.
Wie lange dauert es nach einer Zahnentfernung bis zum Implantat?
Muss der Zahn erst entfernt werden, beeinflusst der Zeitpunkt der Implantation die Gesamtdauer direkt. Ein Konsensbericht des International Team for Implantology (ITI, Hämmerle und Kollegen, 2004) unterscheidet vier Zeitpunkte:
| Zeitpunkt | In der Regel nach der Zahnentfernung |
|---|---|
| Sofortimplantation | Im selben Eingriff |
| Frühe Implantation nach Weichgewebsheilung | 4 bis 8 Wochen |
| Frühe Implantation nach teilweiser Knochenheilung | 12 bis 16 Wochen |
| Späte Implantation | Mehr als 16 Wochen |
Laut dem ITI-Bericht werden für sofort gesetzte Implantate ähnliche Überlebensraten berichtet wie für Implantate in ausgeheiltem Knochen; eine Sofortimplantation wird aber nicht empfohlen, wenn der verbleibende Knochen dem Implantat keinen festen Halt gibt. Der ZahnRat empfiehlt für den häufigsten Weg, die weitgehende Ausheilung des Zahnfachs, etwa zwölf Wochen, abzuwarten, und beschreibt die Sofortimplantation als Möglichkeit, die nur bei einem kleinen Teil der zu ersetzenden Zähne infrage kommt. Die DGI nennt für die verzögerte Sofortimplantation einen Zeitpunkt nach etwa sechs Wochen. Was bei der Sofortimplantation möglich ist, lesen Sie im Ratgeber Implantat am selben Tag.
Wie verändern Knochenaufbau und Sinuslift die Dauer?
Ein Knochenaufbau wird nötig, wenn der Kiefer an der geplanten Stelle zu schmal oder zu niedrig ist; die DGI nennt als Richtwerte weniger als acht Millimeter Höhe und fünf Millimeter Breite. Kleine Defekte lassen sich laut DGI während der Implantation mit Knochenspänen auffüllen, ohne dass sich die Dauer wesentlich ändert. Nach einem größeren Aufbau muss der Knochen laut DGI zunächst für mehrere Monate heilen, bevor Implantate gesetzt werden; Guy’s and St Thomas’ beziffert die Verlängerung auf vier bis sechs Monate. Wann ein Aufbau nötig ist, erklärt der Ratgeber Knochenaufbau vor Implantaten.
Beim Sinuslift wird im hinteren Oberkiefer der Boden der Kieferhöhle angehoben und der Raum mit Knochenmaterial gefüllt. Laut der American Academy of Periodontology wird danach in der Regel vier bis zwölf Monate gewartet, bis Implantate gesetzt werden; bei ausreichend Restknochen kann das Implantat im selben Eingriff gesetzt werden, dann läuft die Einheilung beider parallel. Mehr dazu im Ratgeber Sinuslift. Ob und in welcher Reihenfolge Sie solche Eingriffe brauchen, zeigt das DVT.
Welche persönlichen Faktoren verlängern die Dauer?
Derselbe Eingriff heilt bei zwei Menschen unterschiedlich schnell. Die Faktoren, die am häufigsten eine längere Dauer bedeuten:
- Rauchen und E-Zigaretten: Laut Cleveland Clinic können sie die Heilung stören; das Universitätsklinikum Gießen und Marburg nennt starkes Rauchen als Gefahr für Einheilung und Langzeiterfolg. Sprechen Sie eine Rauchpause vor der Reise an.
- Diabetes: Die Cleveland Clinic zählt unkontrollierten Diabetes zu den Faktoren, die die Eignung beeinflussen. Bis der Blutzucker eingestellt ist, kann die Implantation verschoben werden.
- Zahnfleischerkrankung: Eine unbehandelte Parodontitis wird in der Regel vor der Implantation behandelt, was die Vorbehandlungsphase verlängert.
Geht es schneller mit einer Sofortbelastung?
Sofortbelastung bedeutet, dass innerhalb einer Woche nach der Implantation ein Zahn auf dem Implantat befestigt wird. Laut der Cochrane-Übersicht von Esposito und Kollegen (2013) bleiben Implantate bei konventioneller Belastung drei bis acht Monate unbelastet. Die Übersicht fand keine überzeugenden Belege für einen klinisch bedeutsamen Unterschied bei Implantat- oder Prothesenverlusten, stuft die Qualität der Evidenz aber als sehr niedrig ein.
Wichtig für die Dauer: Der sofort befestigte Zahn ist in der Regel ein Provisorium. Die DGI betont, dass Sofortversorgung nicht Sofortbelastung heißt und optimale Voraussetzungen eher die Ausnahme sind. Der endgültige Zahnersatz wird auch hier erst nach der Einheilung angefertigt. Eine Sofortbelastung verkürzt also die Zeit ohne sichtbaren Zahn, nicht die Gesamtdauer der Behandlung.
Was bedeutet die Dauer für eine Behandlung in der Türkei?
Weil die Einheilung Monate dauert, verteilt sich eine Implantatbehandlung aus Deutschland in der Regel auf zwei Aufenthalte: Beim ersten werden Untersuchung, DVT, gegebenenfalls Zahnentfernung oder Knochenaufbau und die Implantation durchgeführt, beim zweiten, nach der Einheilzeit, Freilegung, Abformung und der endgültige Zahnersatz. Ein vorgeschalteter Knochenaufbau oder eine Zahnentfernung mit Wartezeit kann eine dritte Reise bedeuten.
Für die Reiseplanung sind drei Zeitpunkte entscheidend: wie viele Tage nach dem Eingriff Sie vor dem Rückflug bleiben, wann die Fäden gezogen werden (laut Guy’s and St Thomas’ 7 bis 14 Tage nach dem Eingriff, also möglicherweise in Ihrer Praxis zu Hause) und wie viele Monate bis zum zweiten Aufenthalt vergehen. Fragen Sie vor der Flugbuchung nach einem schriftlichen Zeitplan; verbindlich wird er nach der Untersuchung vor Ort. Allgemeines zur Organisation lesen Sie auf der Seite Zahnbehandlung in der Türkei.
Wie planen wir die Dauer Ihrer Implantatbehandlung bei Rönesans?
Die Planung beginnt in unserer Praxis in Serdivan mit der Untersuchung und einem DVT, mit dem Knochenhöhe und Knochenbreite dreidimensional gemessen werden. Knochenaufbau und Sinuslift führen wir in der Praxis durch, bei Bedarf auch unter Vollnarkose. In der Einheilzeit wird je nach Befund ein provisorischer Zahnersatz eingesetzt; nach der Einheilung kann der endgültige Zahnersatz mit einem Intraoralscanner digital abgeformt werden.
Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan, in dem die Eingriffe je Zahn und die geplanten Aufenthalte stehen. Die Termine planen wir passend zu Ihren Reisedaten; zwischen den Aufenthalten erreichen Sie uns per WhatsApp unter +90 532 363 49 54, auf Deutsch über ein Teammitglied mit Deutsch als Muttersprache. Bei der Abreise erhalten Sie eine Zusammenfassung der Behandlung und Kopien Ihrer Röntgenbilder für Ihre Zahnarztpraxis in Deutschland. Wie es nach der Rückkehr weitergeht, beschreibt die Seite Nachsorge; die Behandlung selbst stellt die Seite Zahnimplantate vor.