Wie funktioniert die gesteuerte Knochenregeneration?
Die gesteuerte Knochenregeneration beruht auf einem einfachen Prinzip: Knochenersatzmaterial wird in den Defekt eingebracht, und eine dünne Membran deckt es ab, damit der Raum darunter in Ruhe mit Knochen gefüllt werden kann. Ohne Barriere würde das schneller heilende Zahnfleisch in den Defekt einwachsen. Die Aufklärungsunterlage der Zahnklinik der İzmir Demokrasi Üniversitesi beschreibt die Membran deshalb als Barriere gegen unerwünschtes Gewebewachstum, die der Ege-Universität als Schutz davor, dass Zahnfleischgewebe in den zu regenerierenden Bereich einwandert.
Die Konsenserklärung des International Team for Implantology (ITI) von 2008 (Jensen und Terheyden) empfiehlt bei Aufbauten mit körnigem Material den Einsatz einer Membran; in den ausgewerteten Studien füllten sich die Defekte mit Membran vollständiger. Der Eingriff läuft in der Regel so ab:
- Die Stelle wird betäubt, das Zahnfleisch zur Seite geklappt und der Knochen freigelegt.
- Das Material wird in den Defekt eingebracht; ist genug Knochen für festen Halt vorhanden, wird in derselben Sitzung das Implantat gesetzt.
- Das Material wird mit einer Membran oder einem Titangitter abgedeckt.
- Das Zahnfleisch wird spannungsfrei verschlossen und vernäht.
Was ein Knochenaufbau grundsätzlich ist und warum der Kieferknochen nach Zahnverlust schwindet, erklärt der Ratgeber Knochenaufbau vor Implantaten. Die Materialien im Einzelnen vergleicht der Ratgeber Arten von Knochenaufbau. Hier geht es nur um das Verfahren mit Membran.
Wann wird ein Knochenaufbau mit Membran eingesetzt?
Am häufigsten bei kleinen und mittleren Defekten, bei denen der Knochen das Implantat nicht ganz umschließt. Laut der ITI-Konsenserklärung können freiliegende Implantatflächen (Fachleute sprechen von Dehiszenzen und Fenestrationen) mit eigenem Knochen oder mit Material menschlicher oder tierischer Herkunft gefüllt und mit einer Membran abgedeckt werden. Cambridge University Hospitals beschreiben, dass dieses Verfahren meist in derselben Sitzung wie die Implantation erfolgt und dann in der Regel keine zusätzliche Einheilzeit braucht.
Die Breite des Kiefers zu vergrößern ist dabei besser vorhersagbar als die Höhe: Laut ITI ist ein Höhengewinn möglich, aber deutlich weniger vorhersagbar und mit mehr Komplikationen verbunden. Für größere Defekte wurden mit Knochenblöcken größere Breitengewinne berichtet; mehr dazu im Ratgeber Knochenblock-Transplantat. Fehlt im hinteren Oberkiefer Höhe wegen der Kieferhöhle, ist der Sinuslift das passende Verfahren.
Resorbierbare oder nicht resorbierbare Membran: Was ist der Unterschied?
Resorbierbare Membranen lösen sich im Körper auf; nicht resorbierbare Membranen und Titangitter müssen in einem zweiten kleinen Eingriff entfernt werden. Laut Cambridge University Hospitals ist die am häufigsten verwendete Membran vom Schwein und löst sich mit der Zeit auf. Die Aufklärungsunterlage der Ege-Universität hält fest, dass eine nicht resorbierbare Membran in einem zweiten kleinen Eingriff entfernt wird, eine resorbierbare nicht.
| Merkmal | Resorbierbare Membran | Nicht resorbierbare Membran | Titangitter |
|---|---|---|---|
| Material | Meist Kollagen tierischer Herkunft | Synthetisch (zum Beispiel PTFE) | Dünnes, perforiertes Titan, auch individuell gefertigt |
| Entfernung | Nicht nötig | Zweiter Eingriff | Zweiter Eingriff |
| Wichtig für Sie | Wer kein tierisches Material möchte, sagt das vor der Planung | Entfernung gehört in den Behandlungsplan | Freiliegen in einer Metaanalyse bei rund 20 Prozent |
Auf die Komplikationsrate scheint der Membrantyp keinen Einfluss zu haben: In der systematischen Übersicht von Tay und Kollegen (2020) unterschieden sich resorbierbare und nicht resorbierbare Membranen in der Häufigkeit von Komplikationen nicht. Für Reisende zählt der zweite Eingriff: Die Entfernung lässt sich mit der Sitzung kombinieren, in der das Implantat gesetzt oder freigelegt wird.
Erfolgt der Aufbau zusammen mit dem Implantat oder vorher?
Bei kleinen Defekten meist in derselben Sitzung, bei größeren in einem eigenen Eingriff mehrere Monate vor der Implantation. Entscheidend ist, ob das Implantat an der richtigen Position gesetzt werden kann und beim Einsetzen fest sitzt. Laut ITI (2008) sind die Überlebensraten von Implantaten hoch, deren freiliegende Flächen in derselben Sitzung mit Membran aufgebaut wurden.
Auch der Implantatdurchmesser spielt eine Rolle: Laut der ITI-Konsenserklärung zu durchmesserreduzierten Implantaten (2018) können diese den Bedarf an seitlichem Knochenaufbau verringern und erlauben eher ein einzeitiges statt eines gestaffelten Vorgehens. Welche Implantatgrößen bei uns infrage kommen, wird bei der Untersuchung beurteilt.
Was bedeutet es, wenn die Membran freiliegt?
Von einer freiliegenden Membran spricht man, wenn das Zahnfleisch während der Heilung aufgeht und Membran oder Titangitter im Mund sichtbar werden. Laut Tay und Kollegen (2020) traten bei seitlichen Aufbauten kleine Wunddehiszenzen an 9,9 Prozent der Stellen auf und waren damit die häufigste Komplikation. Für Titangitter fand eine Metaanalyse von 2022 Freilegungsraten von 19,9 Prozent bei konventionellen und 15,2 Prozent bei individuell gefertigten Gittern, ohne signifikanten Unterschied.
Ein Freiliegen kann den Knochengewinn verringern. Laut der Metaanalyse von Garcia und Kollegen (2018) war der Breitengewinn an zahnlosen Stellen mit freiliegender Membran um rund 76 Prozent geringer als an Stellen ohne Freilegung; bei Defekten am Implantat fiel die Heilung um rund 27 Prozent geringer aus.
Wenn Sie am Zahnfleisch eine weiße, graue oder metallisch wirkende Fläche bemerken, berühren Sie die Stelle nicht und melden Sie sich, auch aus Deutschland. Wie Öffnungen und Infektionen behandelt werden, steht im Ratgeber Heilung nach Knochenaufbau.
Welche weiteren Risiken gibt es?
In der Übersicht von Tay und Kollegen hatten 16,1 Prozent der Patientinnen und Patienten mindestens eine kleinere Komplikation. Größere Komplikationen, etwa eine anhaltende Infektion oder die teilweise oder vollständige Entfernung des Materials, wurden bei 1,6 Prozent berichtet; kleinere Infektionen traten an 1,5 Prozent der Stellen auf.
Cambridge University Hospitals nennen Infektion, Freiliegen des Materials, ausbleibende Einheilung und zu wenig Knochen für ein Implantat; bei Rauchenden ist das Risiko höher. Die Aufklärungsunterlage der İzmir Demokrasi Üniversitesi führt Schmerzen, Schwellung, Blutung, vorübergehende oder bleibende Taubheit und die vorzeitige Entfernung einer freiliegenden Membran auf.
Wie lange dauert die Heilung, und wann wird implantiert?
Wurde der Aufbau zusammen mit dem Implantat durchgeführt, gibt es keine eigene Wartezeit für das Material; es heilt parallel zur Einheilung des Implantats, und danach folgt der endgültige Zahnersatz. Beim gestaffelten Vorgehen wird das Implantat erst gesetzt, wenn der Aufbau gereift ist. Tay und Kollegen schlagen eine Neubeurteilung der Stelle nach etwa sechs Monaten vor; laut Cambridge University Hospitals kann es 4 bis 12 Monate dauern, bis das Material mit dem eigenen Knochen verwachsen ist.
Der regenerierte Knochen trägt Implantate zuverlässig: Laut ITI (2008) sind die Überlebensraten von Implantaten in so aufgebautem Knochen mit denen in natürlichem Knochen vergleichbar. Die Gesamtdauer einer Implantatbehandlung mit und ohne Aufbau beschreibt der Ratgeber Wie lange dauert eine Implantatbehandlung?
Was bedeutet das für Ihre Reise in die Türkei?
Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland zählt vor allem die Zahl der Aufenthalte:
- Einzeitig (Aufbau mit Implantat): In der Regel bleibt es bei zwei Aufenthalten, einem für Implantation und Aufbau, einem für den Zahnersatz nach der Einheilung.
- Gestaffelt (Aufbau vorher): In der Regel kommt ein Aufenthalt hinzu, weil zwischen Aufbau und Implantation mehrere Monate liegen.
- Nicht resorbierbare Membran oder Titangitter: Die Entfernung wird nach Möglichkeit mit einer ohnehin geplanten Sitzung verbunden.
Planen Sie nach dem Eingriff Zeit vor dem Rückflug ein. Ein Artikel im British Dental Journal (2023) nennt für Eingriffe wie Knochenaufbau zwei Wochen als frühesten Zeitpunkt zum Fliegen, sofern keine Schmerzen, Schwellung oder Blutung bestehen; es gibt dazu wenig Forschung, die Entscheidung liegt bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt. Fäden werden laut der Patientenbroschüre des Universitätsklinikums Freiburg sieben bis zehn Tage nach dem Eingriff entfernt, was in der Regel auch die Hauszahnarztpraxis übernehmen kann. Fragen Sie deshalb vor dem Eingriff, ob selbstauflösende Fäden verwendet werden. Wie sich Aufbauten auf Ihre Aufenthalte auswirken, erklärt der Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?
Wie planen wir den Knochenaufbau mit Membran bei Rönesans?
In unserer Praxis in Serdivan werden Breite, Höhe und Lage des Knochendefekts im DVT (digitale Volumentomographie) dreidimensional beurteilt. Knochenaufbau und Sinuslift führen wir in der Praxis durch, bei Bedarf unter Vollnarkose. Ob der Aufbau in derselben Sitzung wie das Implantat oder in einem eigenen Eingriff erfolgt und welche Membran infrage kommt, wird nach Untersuchung und DVT entschieden; den Plan erarbeiten unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte gemeinsam, und Sie wissen von Anfang an, wer Sie behandelt.
Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan mit den Eingriffen je Zahn und der Zahl der Aufenthalte; Transfer ab Istanbul und Unterkunft in Sapanca sind im Behandlungspreis enthalten. Vor der Abreise wird die Wundheilung kontrolliert, und Sie bekommen Kopien Ihrer Behandlungszusammenfassung und Röntgenbilder für Ihre Zahnarztpraxis in Deutschland. Wenn Sie zu Hause den Verdacht haben, dass die Membran freiliegt, schreiben Sie uns mit Fotos per WhatsApp an +90 532 363 49 54; wie die Betreuung nach der Rückkehr abläuft, steht auf der Seite Nachsorge.