Wie läuft eine Implantation ab? Der Eingriff Schritt für Schritt

Kurz gesagt

Bei einer Implantation wird der Bereich örtlich betäubt, das Zahnfleisch meist mit einem kleinen Schnitt eröffnet, im Kieferknochen ein Implantatbett vorbereitet und das Implantat eingedreht. Darauf kommt eine Deckschraube oder ein Zahnfleischformer, das Zahnfleisch wird vernäht. Laut der DGI dauert der Eingriff in der Regel 30 bis 60 Minuten; bei mehreren Implantaten länger.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Wie läuft der Tag der Implantation Schritt für Schritt ab?

Eine Implantation ist ein geplanter Eingriff unter örtlicher Betäubung, der aus wenigen, klar abgegrenzten Schritten besteht. Die Patientenbroschüre der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI), die Universitätskliniken Dresden und Heidelberg sowie britische Patienteninformationen beschreiben den Ablauf im Kern gleich:

  1. Vorbereitung: Laut UMass Memorial Health werden Sie unter Umständen gebeten, vor dem Eingriff mit einer antiseptischen Lösung zu spülen. Was Sie schon von zu Hause aus erledigen können, steht im Ratgeber Vorbereitung auf Zahnimplantate.
  2. Örtliche Betäubung: Der Bereich wird mit einer Spritze betäubt. Die DGI beschreibt die Behandlung als in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung; bei längeren Eingriffen können ein Dämmerschlaf oder eine Vollnarkose sinnvoll sein.
  3. Eröffnen des Zahnfleischs: Laut der DGI wird das Zahnfleisch „mit einem kleinen Schnitt eröffnet“; das Universitätsklinikum Dresden spricht vom Zugang zum Kieferknochen über einen Zahnfleischschnitt. In ausgewählten Fällen kann dieser Schritt entfallen (siehe unten).
  4. Vorbereiten des Implantatbetts: Der Knochen wird laut der DGI mit dünnen Spiralbohrern schrittweise aufbereitet, wobei der Abstand zum Nervenkanal eingehalten wird. Die Cleveland Clinic beschreibt es so: Zuerst wird ein kleines Loch gebohrt, das dann bis zur Breite des Implantats erweitert wird.
  5. Einsetzen des Implantats: Das Implantat wird in das vorbereitete Bett eingedreht. Wurde eine Bohrschablone geplant, führt sie laut der DGI die Bohrung; wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber Schablonengeführte Implantation.
  6. Deckschraube oder Zahnfleischformer: Das Implantat wird entweder mit einer Deckschraube verschlossen und vom Zahnfleisch bedeckt, oder es erhält einen Zahnfleischformer, der aus dem Zahnfleisch herausragt. Welche Variante gewählt wird, hängt von der Einheilart ab (nächster Abschnitt).
  7. Nähte: Das Zahnfleisch wird zurückgelegt und vernäht. Laut den Cambridge University Hospitals (CUH) sind die Fäden meist selbstauflösend, brauchen dafür aber einige Wochen; Guy’s and St Thomas’ entfernt Fäden etwa nach einer Woche.

Wird das Zahnfleisch immer aufgeschnitten?

Meist ja, aber nicht in jedem Fall. In dem von CUH, Guy’s and St Thomas’ und der Cleveland Clinic beschriebenen Standardvorgehen wird das Zahnfleisch aufgeklappt, damit der Knochen direkt sichtbar ist. Die Konsenserklärung des International Team for Implantology (ITI) von 2013 hält fest, dass eine computergestützt geplante, schablonengeführte Implantation sowohl mit als auch ohne Aufklappen des Zahnfleischs möglich ist.

Das Vorgehen ohne Schnitt kommt nur in Betracht, wenn Knochen und Zahnfleisch dafür geeignet sind; für wen das gilt, lesen Sie im Ratgeber Implantation ohne Schnitt. Welcher Weg bei Ihnen gewählt wird, entscheidet Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt nach Untersuchung und DVT.

Was ist der Unterschied zwischen offener und geschlossener Einheilung?

Der Unterschied liegt darin, ob das Implantat während der Einheilzeit unter dem Zahnfleisch liegt oder in die Mundhöhle ragt. Die DGI beschreibt beide Varianten: Bei der geschlossenen Einheilung wird das Implantat mit einer Deckschraube verschlossen und das Zahnfleisch darüber vernäht; bei der offenen Einheilung ragt ein Zahnfleischformer aus dem Zahnfleisch. Laut den Leeds Teaching Hospitals kann der Zahnfleischformer sofort aufgesetzt werden, wenn das Einsetzen vergleichsweise einfach verlief; bei komplexeren Eingriffen bleibt das Implantat zur Unterstützung der Heilung unter dem Zahnfleisch.

Merkmal Offene Einheilung (einzeitig) Geschlossene Einheilung (zweizeitig)
Was sitzt auf dem Implantat? Zahnfleischformer, der in die Mundhöhle ragt Deckschraube; das Zahnfleisch wird darüber vernäht
Während der Einheilung Der Zahnfleischformer ist im Mund sichtbar Das Implantat liegt unter dem Zahnfleisch
Zweiter kleiner Eingriff Nicht nötig Nötig (Freilegung)
Wann eher gewählt? Wenn der Eingriff vergleichsweise einfach verlief Bei komplexeren Eingriffen, etwa mit Knochenaufbau

Die Einheilzeit ist in beiden Fällen nötig. Die Zahnmedizinische Fakultät der Universität Toronto nennt in der Regel 3 bis 6 Monate, das Universitätsklinikum Dresden 3 bis 6 Monate, die Universitätsklinik Gießen und Marburg 4 bis 6 Monate, und das Universitätsklinikum Heidelberg durchschnittlich 3 Monate, bei umfangreichem Knochenaufbau bis zu 6 Monate. Deshalb sind für Patientinnen und Patienten aus Deutschland in der Regel zwei Aufenthalte nötig; die Planung dazu erklärt der Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?.

Wie läuft die Freilegung ab?

Bei der geschlossenen Einheilung wird das Implantat nach dem Verwachsen mit dem Knochen in einem kurzen Eingriff freigelegt. Laut dem Universitätsklinikum Heidelberg geschieht das durch einen kleinen Schleimhautschnitt, danach werden Heilungskäppchen aufgesetzt. Die Universität Toronto beschreibt denselben Ablauf: Die Deckschraube wird entfernt und durch einen Zahnfleischformer ersetzt. Die Mayo Clinic ordnet die Freilegung als kleinen ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung ein, und die Leeds Teaching Hospitals bezeichnen sie als deutlich kleiner als die erste Operation.

Anschließend formt sich das Zahnfleisch um den Zahnfleischformer. Die Universität Toronto nennt dafür 2 bis 6 Wochen, die Mayo Clinic mindestens zwei Wochen, bevor der endgültige Zahnersatz befestigt wird. Danach wird abgeformt und der Zahnersatz hergestellt. Für Reisende heißt das: Die Freilegung fällt in der Regel in den zweiten Aufenthalt, und zwischen Freilegung und endgültigem Zahnersatz liegen einige Termine. Planen Sie diesen Aufenthalt deshalb nicht zu knapp.

Wie lange dauert das Einsetzen eines Implantats?

Für ein einzelnes Implantat nennen die Quellen etwa eine halbe bis eine Stunde; mehrere Implantate und Zusatzeingriffe verlängern den Termin:

  • DGI: 30 bis 60 Minuten.
  • CUH: etwa eine halbe Stunde für ein einzelnes Implantat, bei mehreren länger.
  • Leeds Teaching Hospitals: Der Operationstermin dauert in der Regel etwa 90 Minuten.

Dazu kommen das Warten auf die Wirkung der Betäubung und die Besprechung danach.

Was spüren Sie während des Eingriffs?

Durch die Betäubung sollen Sie keinen Schmerz spüren; Druck, Vibration und Geräusche sind dagegen wahrnehmbar. UMass Memorial Health beschreibt, dass wache Patientinnen und Patienten die Instrumente hören und Vibrationen spüren, aber keinen Schmerz empfinden sollten.

Wie sich die Betäubungsspritze anfühlt und wie Schmerzen in den Tagen danach verlaufen, erklärt der Ratgeber Tut eine Implantation weh?. Laut CUH kann bei vielen Implantaten eine Sedierung über die Vene oder eine Vollnarkose eingesetzt werden; mehr dazu im Ratgeber Implantate in Vollnarkose.

Was passiert direkt nach dem Eingriff?

Die Verhaltensregeln der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und die britischen Patienteninformationen betonen für die ersten Stunden:

  • Nachblutung: Laut CUH hört die Blutung meist rasch auf; beginnt sie zu Hause erneut, drücken Sie mindestens 10 Minuten ein sauberes, gerolltes Tuch auf die Stelle. Die DGZMK rät, eine halbe Stunde auf ein zusammengerolltes, angefeuchtetes Stofftaschentuch zu beißen.
  • Betäubung: Laut der DGZMK sollten Sie nichts essen und nichts Heißes trinken, bis die Betäubung abgeklungen ist, um Verletzungen an Lippe oder Zunge zu vermeiden.
  • Ruhe: CUH empfiehlt, sich den Rest des Tages auszuruhen; laut DGI sind die meisten am nächsten Tag wieder einsatzfähig.
  • Melden: Die DGZMK nennt als Gründe, umgehend die Praxis aufzusuchen: stark eingeschränkte Mundöffnung, anhaltende Gefühlsstörungen nach Abklingen der Betäubung und stärker werdende Schmerzen.

Wie Schwellung, Bluterguss und Fäden in den Tagen danach verlaufen und was für den Rückflug gilt, lesen Sie im Ratgeber Die erste Woche nach der Implantation; was Sie essen können, im Ratgeber Essen nach der Implantation.

Was bedeutet der Eingriffstag für Ihren Aufenthalt in der Türkei?

Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland liegt der Eingriffstag in der Regel im ersten Aufenthalt, nach Untersuchung und DVT. Der Transfer ab Istanbul und die Unterkunft in Sapanca sind im Behandlungspreis enthalten; an den Behandlungstagen bringen wir Sie zwischen Unterkunft und Praxis, sodass Sie nach dem Eingriff nicht selbst fahren müssen. Buchen Sie den Rückflug erst, wenn die Termine bestätigt sind. Einen Überblick über die Organisation gibt die Seite Zahnbehandlung in der Türkei.

Wie wird die Implantation bei Rönesans geplant?

Der Eingriffstag setzt den Plan um, der nach der Untersuchung und der DVT-Aufnahme in unserer Praxis erstellt wurde. Ob eine Bohrschablone eingesetzt wird, entscheidet Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt nach der DVT-Auswertung; nicht jede Implantation braucht eine Schablone. Knochenaufbau und Sinuslift führen wir in der Praxis durch, und bei Bedarf ist eine Behandlung in Vollnarkose möglich. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan, in dem auch Hersteller und Modell Ihrer Implantate stehen.

Ihren Fall besprechen unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte gemeinsam, behandelt werden Sie durchgehend von einer Person. Nach dem Eingriff erhalten Sie einen Implantatpass mit dem offiziellen Herstelleretikett jedes Implantats, bei der Abreise Kopien Ihrer Röntgenbilder und der Behandlungszusammenfassung. Fragen in der Einheilzeit beantworten wir per WhatsApp unter +90 532 363 49 54 auf Deutsch; wie die Betreuung nach der Rückkehr abläuft, steht auf der Seite Nachsorge. Alle Schritte der Behandlung finden Sie auf der Seite Zahnimplantate.

Quellen
  1. Für Ihr schönstes Lächeln: Zahnimplantate – Patientenbroschüre der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI)
  2. Implantate – Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Dresden
  3. Dentale Implantate – Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
  4. Das Zahnimplantat – Universitätsklinikum Heidelberg
  5. Verhaltensregeln nach operativen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich – Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
  6. Insertion of dental implants – Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust
  7. Having a dental implant – Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust
  8. Dental Implants – Leeds Teaching Hospitals NHS Trust
  9. Implant for a Single Tooth – Faculty of Dentistry, University of Toronto
  10. Dental implant surgery – Mayo Clinic
  11. Dental Implants: Your Surgical Experience – UMass Memorial Health
  12. Dental Implants – Cleveland Clinic
  13. Tahmaseb A, Wismeijer D, Derksen W. Computer-Guided Implant Surgery – 5. ITI-Konsensuskonferenz (2013), Konsenserklärungen und klinische Empfehlungen, International Team for Implantology (ITI)

Häufige Fragen

Bin ich während der Implantation wach?

In der Regel ja. Laut der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) wird meist ambulant unter örtlicher Betäubung behandelt; bei längeren Eingriffen können ein Dämmerschlaf oder eine Vollnarkose sinnvoll sein. Die Universitätsklinik Gießen und Marburg hält eine Vollnarkose nur in Ausnahmefällen für nötig. Ob das bei Ihnen infrage kommt, wird bei der Untersuchung besprochen.

Was passiert, wenn während des Eingriffs zu wenig Knochen vorhanden ist?

Trotz DVT-Planung kann sich während des Eingriffs etwas Unerwartetes zeigen. Laut dem Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust wird bei manchen Patientinnen und Patienten im selben Termin ein kleiner Knochenaufbau durchgeführt. In anderen Fällen wird das Vorgehen geändert oder der Eingriff verschoben. Sprechen Sie diese Möglichkeit vor dem Eingriff an, damit Sie wissen, was dann geschieht.

Kann ein Zahn im selben Eingriff entfernt und durch ein Implantat ersetzt werden?

Manchmal. Laut den Leeds Teaching Hospitals kann ein Implantat unter geeigneten Bedingungen direkt in die Zahnlücke gesetzt werden, das ist aber nur gelegentlich möglich. Häufig wird der Zahn 6 bis 10 Wochen vorher entfernt, damit das Zahnfleisch heilen kann. Für Reisende kann das eine zusätzliche Reise bedeuten; mehr dazu im Ratgeber Implantat am selben Tag.

Werden bei der Implantation Antibiotika gegeben?

Nicht bei allen. Laut den Leeds Teaching Hospitals werden Antibiotika nur in bestimmten Fällen verordnet, etwa bei einem Knochenaufbau. Die Cambridge University Hospitals raten, ein verordnetes Antibiotikum einzunehmen, um das Infektionsrisiko zu senken. Ob Sie eines brauchen, entscheidet Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt.

Kann die Implantation einen Nerv im Unterkiefer verletzen?

Selten. Laut der Universitätsklinik Gießen und Marburg kann im Seitenzahnbereich des Unterkiefers ein Nerv verletzt werden, was zu einer zeitweisen oder dauerhaften Taubheit von Unterlippe und Kinn führen kann. Die DGI nennt den Abstand zum Nervenkanal als Punkt, der bei der Vorbereitung des Implantatbetts eingehalten wird. Was bei anhaltender Taubheit zu tun ist, erklärt unser Ratgeber Taubheitsgefühl nach der Implantation.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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