Externer Sinuslift: Wie läuft der Eingriff über das seitliche Knochenfenster ab?

Kurz gesagt

Beim externen Sinuslift wird im hinteren Oberkiefer in der seitlichen Knochenwand ein kleines Fenster angelegt, die Kieferhöhlenschleimhaut vorsichtig angehoben und der Raum darunter mit Knochenersatzmaterial gefüllt. Der Eingriff erfolgt meist in örtlicher Betäubung und dauert laut Quellen 45 Minuten bis zwei Stunden. Bei sehr wenig Restknochen wird das Implantat erst nach mehreren Monaten Reifung in einem zweiten Eingriff gesetzt.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Wann wird der externe Sinuslift gewählt?

Der externe Sinuslift kommt infrage, wenn unter dem Boden der Kieferhöhle so wenig Knochen übrig ist, dass ein Implantat dort keinen Halt fände, und deshalb deutlich mehr Höhe gewonnen werden muss. Die Patienteninformation der Cambridge University Hospitals nennt ihn „externen Zugang“: Das Material wird von der Wangenseite her unter die Kieferhöhlenschleimhaut gebracht. Ist kaum oder kein Knochen vorhanden, folgt das Implantat laut derselben Quelle meist nach der Einheilung in einem zweiten Eingriff; ist etwas Knochen da, kann es in derselben Sitzung gesetzt werden. Ein Beitrag in den Zahnärztlichen Mitteilungen (Engelke, 2021) beschreibt den externen Zugang als Verfahren für größere Knochengewinne im stark zurückgebildeten Oberkiefer, während der Zugang über den Implantatkanal ab etwa 5 bis 6 Millimetern Restknochen genannt wird.

Was ein Sinuslift grundsätzlich ist, warum im hinteren Oberkiefer Knochen fehlt und wie die Heilung mit ihren Verhaltensregeln verläuft, erklärt der Ratgeber Sinuslift vor Zahnimplantaten. Den Zugang über den Implantatkanal beschreibt der Ratgeber Interner Sinuslift. Hier geht es nur um den externen Eingriff.

Wie läuft der externe Sinuslift Schritt für Schritt ab?

Nach den Patienteninformationen von Cambridge University Hospitals, der Zahnklinik der Universität Cork, der American Academy of Periodontology (AAP) und der Universitätsklinik Freiburg verläuft der Eingriff in dieser Reihenfolge:

  1. Betäubung: Die Stelle wird örtlich betäubt. Laut Cambridge wird der Eingriff meist ambulant im Wachzustand durchgeführt; Sedierung oder Vollnarkose sind dort für schwierige oder kombinierte Eingriffe vorgesehen. In Cork wird der Eingriff dagegen in der Regel in Vollnarkose als Tageseingriff durchgeführt.
  2. Öffnen des Zahnfleischs: Über dem zahnlosen Abschnitt wird das Zahnfleisch eingeschnitten und der Knochen freigelegt.
  3. Anlegen des Knochenfensters: In der seitlichen Knochenwand wird ein kleines Fenster angelegt. Die AAP beschreibt, dass dieses Knochenstück wie eine Klappe in die Kieferhöhle hinein angehoben wird. Laut Freiburg wird die Kieferhöhle selbst dabei nicht eröffnet.
  4. Anheben der Schleimhaut: Die dünne Schleimhaut, die die Kieferhöhle auskleidet (Schneidersche Membran), wird vorsichtig vom Knochen gelöst und nach oben geschoben.
  5. Einbringen des Materials: Der entstandene Raum wird laut Freiburg mit eigenem Knochen, Knochenersatzmaterial oder einer Kombination gefüllt. Welche Materialien es gibt, vergleicht der Ratgeber Arten von Knochenaufbau.
  6. Abdecken: Laut Cambridge kann das Fenster bei Bedarf mit einer resorbierbaren Membran abgedeckt werden.
  7. Naht: Das Zahnfleisch wird laut Cork mit selbstauflösenden Fäden verschlossen. Ist genug Restknochen vorhanden, wird das Implantat vor der Naht in derselben Sitzung gesetzt.

Wie lange dauert der Eingriff?

In der Regel 45 Minuten bis zwei Stunden, je nach Umfang. Cambridge University Hospitals geben 45 Minuten bis zwei Stunden an, die Patienteninformation der Ege-Universität in Izmir 90 bis 120 Minuten. Laut Cambridge kann kurz vor dem Eingriff ein Antibiotikum gegeben werden; ob das bei Ihnen nötig ist, entscheidet Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt. Nach einem Eingriff in örtlicher Betäubung können Sie am selben Tag in Ihre Unterkunft zurück.

Was passiert, wenn die Kieferhöhlenschleimhaut reißt?

Ein Riss oder eine Perforation der Schleimhaut ist die häufigste Komplikation während des externen Sinuslifts und wird meist in derselben Sitzung verschlossen. Die Häufigkeit unterscheidet sich je nach Quelle:

  • In der systematischen Übersicht von Stacchi und Kollegen (2017) kam es bei 195 von 1.240 Eingriffen (rund 15,7 Prozent) zu einer Perforation. Die Rate hing vom Instrument ab: 20,1 Prozent mit rotierenden Instrumenten, 10,9 Prozent mit Ultraschallgeräten, 6 Prozent mit Handinstrumenten.
  • Cambridge University Hospitals geben für den externen Zugang 19 Prozent an.
  • Die Metaanalyse von Egido-Moreno und Kollegen (2024) berichtet aus der Literatur Spannen von 7 bis 56 Prozent.

Laut Stacchi traten die meisten dokumentierten Perforationen beim Ablösen der Schleimhaut auf; Knochensepten in der Kieferhöhle und Narben früherer Nebenhöhlenoperationen erhöhten das Risiko. Deshalb wird die Kieferhöhle vorher im DVT (digitale Volumentomographie) beurteilt.

Kleine Risse werden in der Regel mit einer resorbierbaren Kollagenmembran verschlossen, und der Eingriff wird fortgesetzt; auch die Freiburger Broschüre beschreibt den Verschluss kleiner Risse mit einer Membran. Lässt sich der Riss nicht verschließen, kann der Eingriff laut Cambridge abgebrochen und nach einigen Monaten wiederholt werden; die Ege-Universität nennt dieselbe Möglichkeit bei größeren Rissen. In einer von Stacchi zitierten Studie konnten 10 Prozent der Perforationen nicht repariert werden.

Ein versorgter Riss verschlechtert die Aussichten des Implantats meist nicht: In der Metaanalyse von Egido-Moreno lag die Überlebensrate der Implantate bei reparierten Perforationen bei 97,1 Prozent, ohne Perforation bei 97,7 Prozent, ohne signifikanten Unterschied.

Welche weiteren Risiken gibt es?

Weitere Risiken sind Infektion, Freiliegen des Materials und ausbleibende Knochenbildung; sie sind selten. Cambridge University Hospitals nennen folgende Zahlen:

Risiko Angabe der Cambridge University Hospitals
Riss der Kieferhöhlenschleimhaut (extern) 19 Prozent
Infektion (extern) 2,9 Prozent
Freiliegen des Materials 3 Prozent
Kein Material nach der Reifung (extern) 1,9 Prozent
Zu wenig Knochen für das Implantat 1 Prozent

Dieselbe Quelle zählt Schwellung, Schmerzen, Blutungen einschließlich Nasenbluten und ein wochenlanges Druckgefühl in der Kieferhöhle zu den frühen Folgen; eine Verbindung zwischen Mund und Kieferhöhle und eine anhaltende Infektion mit Entfernung des Materials sind selten, aber ernst. Was nach einem Sinuslift mit einer Nasennebenhöhlenentzündung zu tun hat, erklärt der Ratgeber Nasennebenhöhlen und Implantate.

Langfristig sind die Ergebnisse gut: Die systematische Übersicht von Pjetursson und Kollegen (2008) mit 48 Studien und 12.020 Implantaten errechnete für Implantate nach externem Sinuslift eine Dreijahres-Überlebensrate von 90,1 Prozent; mit rauen Implantatoberflächen und Membranabdeckung des Fensters stieg sie auf 98,3 Prozent. Rauchen gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Nichteinheilen; mehr dazu im Ratgeber Rauchen und Zahnimplantate.

Wie lange reift das Material, und wann wird implantiert?

Das Material braucht in der Regel 4 bis 12 Monate, um zu einem Gerüst zu werden, an dem eigener Knochen wächst. Die Quellen liegen nahe beieinander:

  • Cambridge University Hospitals: Reifung 4 bis 12 Monate; beim externen Zugang wird vor dem Implantat meist 4 bis 9 Monate gewartet; vom Eingriff bis zum endgültigen Zahn vergehen 6 bis 12 Monate, manchmal länger.
  • Zahnklinik der Universität Cork: Meist sechs Monate Ruhe, bis das Material mit dem Knochen verwachsen ist.
  • American Academy of Periodontology: Individuell unterschiedlich, meist 4 bis 12 Monate.
  • Universitätsklinik Freiburg: Implantation drei bis sechs Monate nach dem Aufbau, wenn kein sofortiger Halt möglich war.

Cork weist darauf hin, dass der Körper das Material mit der Zeit abbauen kann, wenn das Implantat nicht zum passenden Zeitpunkt gesetzt wird. Ob die Stelle bereit ist, zeigen Kontrolle und Röntgenbild. Ob das Implantat gleich oder später gesetzt wird, hängt vom Restknochen ab; die Kriterien dafür erklärt der Ratgeber Sinuslift und Implantat in einer Sitzung.

Was bedeutet der externe Sinuslift für Ihre Reise in die Türkei?

Zwei Dinge ändern sich gegenüber einer einfachen Implantation: Der erste Aufenthalt wird länger, und beim zweizeitigen Vorgehen kommt in der Regel ein Aufenthalt hinzu. Ein Artikel im British Dental Journal (2023) nennt nach einem Sinuslift zwei Wochen als frühesten Zeitpunkt zum Fliegen, sofern keine Schmerzen, Schwellung oder Blutung bestehen, und empfiehlt eher sechs Wochen; die Autoren betonen, dass es wenig Forschung gibt, und raten, vor dem Flug auf Nebenhöhlenbeschwerden zu achten. Buchen Sie den Rückflug deshalb erst, wenn Ihr Plan nach Untersuchung und DVT steht, und wählen Sie ein flexibles Ticket.

Weil der Eingriff während der Operation anders verlaufen kann als geplant, etwa bei einem nicht verschließbaren Riss, fragen Sie vorab, was dann für Ihre Termine gilt. Die Auswirkungen auf Zahl und Dauer der Aufenthalte beschreibt der Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?

Wie planen wir den externen Sinuslift bei Rönesans?

In unserer Praxis in Serdivan werden die Knochenhöhe unter der Kieferhöhle und der Aufbau der Kieferhöhle vor dem Eingriff im DVT dreidimensional beurteilt. Sinuslift und Knochenaufbau führen wir in der Praxis durch, bei Bedarf unter Vollnarkose. Ob bei Ihnen der externe Zugang nötig ist und ob das Implantat in derselben Sitzung oder nach der Reifung gesetzt wird, wird bei der Untersuchung beurteilt; den Plan erarbeiten unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte gemeinsam, und eine feste Zahnärztin oder ein fester Zahnarzt begleitet Sie durch die Behandlung.

Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan mit den Eingriffen je Zahn und der Zahl der Aufenthalte; Transfer ab Istanbul und Unterkunft in Sapanca sind im Behandlungspreis enthalten. Vor der Abreise kontrollieren wir die Wundheilung und geben Ihnen Kopien Ihrer Behandlungszusammenfassung und Röntgenbilder mit. Für eine Voreinschätzung können Sie uns vorhandene Röntgenbilder per WhatsApp an +90 532 363 49 54 schicken; wie Aufenthalte bei uns organisiert sind, lesen Sie auf der Seite Zahnbehandlung in der Türkei.

Quellen
  1. Sinus lift procedures – Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust
  2. Sinus Lift – Cork University Dental School and Hospital
  3. Patienteninformation und Einwilligung zur Sinusbodenelevation – Ege Üniversitesi Ağız ve Diş Sağlığı Hastanesi, Abteilung für Parodontologie
  4. Sinus Augmentation – American Academy of Periodontology
  5. Implantologie – Patientenbroschüre der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Freiburg, 2018
  6. Engelke B. Der externe Sinuslift ohne Knochenersatzmaterial. Zahnärztliche Mitteilungen (zm), Ausgabe 11/2021
  7. Stacchi C, Andolsek F, Berton F et al. Intraoperative Complications During Sinus Floor Elevation with Lateral Approach: A Systematic Review. International Journal of Oral & Maxillofacial Implants, 2017;32(3):e107–e118 (Repositorium der Universität Triest)
  8. Egido-Moreno S, Schiavo-Di Flaviano V, González Navarro B et al. Influence of Schneiderian membrane perforation on implant survival rate: systematic review and meta-analysis. Journal of Clinical Medicine, 2024;13(13) (Repositorium der Universität Barcelona)
  9. Pjetursson BE, Tan WC, Zwahlen M, Lang NP. A systematic review of the success of sinus floor elevation and survival of implants inserted in combination with sinus floor elevation. Part I: Lateral approach. Journal of Clinical Periodontology, 2008;35(Suppl 8):216–240 (The University of Hong Kong Scholars Hub)
  10. Testori T, Drago L, Wallace SS et al. Prevention and treatment of postoperative infections after sinus elevation surgery: clinical consensus and recommendations. International Journal of Dentistry, 2012 (Repositorium der Universität Mailand)
  11. Felkai PP, Nakdimon I, Felkai T, Levin L, Zadik Y. Dental tourism and the risk of barotrauma and barodontalgia. British Dental Journal, 2023;234(2):115–117.

Häufige Fragen

Kann nach dem externen Sinuslift Wange oder Zähne taub sein?

Ja, das ist möglich. Die Patienteninformation der Cambridge University Hospitals zählt Taubheit an Wange, oberem Zahnfleisch und Zähnen auf der operierten Seite zu den seltenen, aber wichtigen Risiken; sie ist in der Regel vorübergehend und nur sehr selten dauerhaft. Hält die Taubheit an, melden Sie sich, ohne den Kontrolltermin abzuwarten.

Wird beim externen Sinuslift Material tierischer Herkunft verwendet?

Oft, aber nicht zwingend. Laut Cambridge University Hospitals kommen eigener Knochen, Material menschlicher oder tierischer Herkunft und synthetisches Material infrage; aufbereiteter Rinderknochen gehört zu den am häufigsten verwendeten. Die Zahnklinik der Universität Cork rät, Bedenken vorab anzusprechen. Welches Material bei Ihnen geplant ist, besprechen Sie vor dem Eingriff.

Ist der externe Sinuslift möglich, wenn ich rauche?

Rauchen schließt den Eingriff nicht aus, erhöht aber das Risiko, dass das Material nicht einheilt; darauf weisen Cambridge und Cork hin. Eine Konsenserklärung von Testori und Kollegen (2012) empfiehlt allen Patientinnen und Patienten ein Rauchstopp-Programm und eine sorgfältige Beurteilung bei 15 oder mehr Zigaretten am Tag.

Kann der externe Sinuslift wiederholt werden, wenn das Material nicht einheilt?

In den meisten Fällen kann die Stelle neu beurteilt werden. Laut der Zahnklinik der Universität Cork kann ein weiterer Aufbau nötig sein, wenn nicht genug Knochen für ein Implantat entstanden ist. Ob und wann ein zweiter Eingriff sinnvoll ist, wird nach Abheilung mit Untersuchung und Röntgenbild entschieden; für Reisende bedeutet das einen weiteren Aufenthalt.

Brauche ich nach dem Eingriff eine Begleitperson?

Nach einem Eingriff in örtlicher Betäubung laut Cambridge University Hospitals nicht; eine Begleitung ist dort nur nötig, wenn Sedierung oder Vollnarkose eingesetzt werden. Erfolgt Ihr Sinuslift bei uns in Vollnarkose, besprechen wir die Rückfahrt zur Unterkunft in Sapanca vorab mit Ihnen.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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