Was passiert, wenn ein Zahnimplantat nicht einheilt oder verloren geht?

Kurz gesagt

Heilt ein Implantat nicht ein, wird es in der Regel entfernt; die Stelle heilt aus, und nach Bedarf folgt ein Knochenaufbau, bevor ein neues Implantat oder eine andere Lösung geplant wird. Ein Verlust tritt in der Einheilphase auf, wenn das Implantat nicht mit dem Knochen verwächst (Frühverlust), oder Jahre später, meist durch Entzündung (Spätverlust). Die meisten Ersatzimplantate heilen ein.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Was bedeutet es, dass ein Implantat „nicht einheilt”?

Ein Implantat heilt nicht ein, wenn es nicht mit dem Kieferknochen verwächst oder diese Verbindung später wieder verloren geht. In beiden Fällen kann das Implantat beweglich werden, es trägt die Kaubelastung nicht mehr und muss meist entfernt werden.

Eine systematische Übersicht im International Journal of Environmental Research and Public Health (Do et al., 2020) unterscheidet zwei Formen: Der Frühverlust tritt auf, bevor Zahnersatz auf dem Implantat belastet wird, und bedeutet, dass die Verbindung zum Knochen gar nicht erst entsteht. Der Spätverlust tritt nach der Belastung auf, wenn eine bestehende Verbindung wieder zerstört wird. Der Leeds Teaching Hospitals NHS Trust bezeichnet es als selten, dass ein Implantat gar nicht mit dem Knochen verwächst. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Periimplantitis als eine der häufigsten Komplikationen oft erst nach Jahren Symptome zeigt.

Worin unterscheiden sich Früh- und Spätverlust?

Merkmal Frühverlust Spätverlust
Wann? In der Einheilphase, vor dem endgültigen Zahnersatz Nach der Belastung, manchmal erst nach Jahren
Was passiert? Implantat verwächst nicht mit dem Knochen Bestehende Verbindung geht verloren
Hauptursachen Biologische Faktoren, die das Verwachsen verhindern Meist Entzündung um das Implantat; seltener Überlastung oder Bruch
Häufige Anzeichen Beweglichkeit, anhaltender Schmerz, Entzündung Zahnfleischbluten, Schwellung, Eiter, schließlich Beweglichkeit

Die Zahlen hängen davon ab, was untersucht wird. In einer retrospektiven Studie mit 9.080 Implantaten (Staedt et al., 2020) blieben 96,13 % der Implantate im Beobachtungszeitraum im Mund; von den 351 verlorenen Implantaten gingen 83,5 % in den ersten sechs Monaten verloren, also früh.

Halstenbach und Kollegen (2026) werteten dagegen 738 Implantate aus, die zwischen 2014 und 2024 an einem Zentrum entfernt wurden: 14,5 % früh, 85,5 % spät. Spät entfernte Implantate mit bekanntem Einsetzdatum waren im Mittel 7,4 Jahre in Funktion, und bei 71 % der Spätverluste spielte eine Entzündung um das Implantat eine Rolle. Da nur entfernte Implantate untersucht wurden, sagt die Studie nichts darüber, welcher Anteil aller Implantate verloren geht.

Warum heilt ein Implantat nicht ein?

Ein Frühverlust lässt sich oft nicht auf eine einzige Ursache zurückführen; Do und Kollegen beschreiben ihn als rein biologisches Problem. In einer Studie in BMC Oral Health (Krisam et al., 2019) gingen in einer auf Implantologie spezialisierten Praxis 9 von 186 Implantaten (4,8 %) vor dem Zahnersatz verloren; Implantate unter 10 mm Länge und Stellen mit Knochenaufbau waren mit einem höheren Risiko verbunden.

Beim Spätverlust steht die Entzündung im Vordergrund. Leeds Teaching Hospitals nennt als Risikofaktoren Rauchen, schlecht eingestellten Diabetes, unzureichende Mundhygiene und eine frühere Bestrahlung des Kiefers. Do und Kollegen fassen die Faktoren in drei Gruppen zusammen:

  • Vorgeschichte: Bestrahlung des Kiefers, Zähneknirschen, Parodontitis und ein früherer Frühverlust
  • Stelle: weicher Knochen geringer Dichte und die hinteren Kieferabschnitte
  • Behandlung: etwa eine geringe Festigkeit des Implantats beim Einsetzen

Was Rauchen und Diabetes bewirken, lesen Sie in den Ratgebern Rauchen und Zahnimplantate und Implantate bei Diabetes, wie eine Entzündung entsteht im Ratgeber Periimplantitis.

Woran erkennen Sie einen Verlust, auch wenn Sie schon zu Hause sind?

Das deutlichste Zeichen ist ein bewegliches Implantat. Staedt und Kollegen definierten den Frühverlust über deutliche Beweglichkeit, Schmerz oder einen Aufhellungssaum um das Implantat im Röntgenbild mit Entzündung oder Verlust. Die Cleveland Clinic nennt als Gründe, sich zu melden:

  • ein lockeres oder wackelndes Implantat
  • geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch um das Implantat
  • Eiter am Implantat
  • Fieber

Schwellung und Druckempfindlichkeit in den ersten Tagen sind zu erwarten; Schmerzen, die zunehmen statt abzuklingen, oder Eiter, der nach Tagen beginnt, sollten Sie melden. Der größte Teil der Einheilzeit fällt in die Zeit nach dem Rückflug. Schicken Sie uns bei solchen Zeichen Fotos und eine kurze Beschreibung per WhatsApp; bei starken Schmerzen, Fieber oder Schwellung ist eine Praxis oder der zahnärztliche Notdienst in Ihrer Nähe die erste Anlaufstelle. Nicht immer ist das Implantat selbst locker; auch Zahnersatz oder Schraube darauf können sich gelöst haben.

Was wird getan, wenn das Implantat nicht eingeheilt ist?

Das Vorgehen ist individuell, folgt aber meist diesen Schritten:

  1. Untersuchung und Bildgebung: Es wird geprüft, ob das Implantat wirklich nicht eingeheilt ist, wie viel Knochen verloren ging und was die Ursache sein könnte.
  2. Entfernen des Implantats: Ein Implantat ohne Knochenverbindung wird in der Regel unter örtlicher Betäubung entfernt; entzündetes Gewebe wird gesäubert.
  3. Heilung: Die Stelle heilt aus. Im sichtbaren Bereich wird eine vorübergehende Lösung besprochen.
  4. Knochenaufbau bei Bedarf: Bei größerem Knochenverlust kann vor dem neuen Implantat oder zusammen mit ihm ein Knochenaufbau nötig sein.
  5. Neues Implantat oder andere Lösung: Wie Leeds Teaching Hospitals beschreibt, bespricht die Zahnärztin oder der Zahnarzt nach einem Frühverlust auch die Alternativen; Brücke oder herausnehmbare Prothese kommen infrage.

Für die Wartezeit gibt es keine feste Regel. In der systematischen Übersicht von Gomes und Kollegen reichte der Abstand zwischen Entfernen und Neuimplantation von derselben Sitzung bis zu mehreren Jahren; in einer darin zitierten Studie unterschieden sich sofort und später gesetzte Ersatzimplantate nicht signifikant. Für Reisende bedeutet ein Verlust in der Regel eine zusätzliche Reise, deren Zeitpunkt sich nach der Heilung richtet.

Wie gut heilt ein zweites Implantat ein?

Die meisten Ersatzimplantate heilen ein, die Raten liegen aber unter denen eines ersten Implantats. Die 2018 in Brazilian Oral Research veröffentlichte Übersicht (Gomes et al.) fasste 11 Studien zusammen:

Situation Anteil der Implantate, die im Mund blieben
Zweites Implantat nach einem Verlust 88,7 %
Drittes Implantat nach zwei Verlusten 67,1 %
Neues Implantat nach einem Frühverlust 91,8 %

Die Übersicht von Oh und Kollegen (2019) über acht retrospektive Studien ermittelte für Ersatzimplantate 86,3 %, in neueren Studien 93 bis 96 %. Ein Kommentar zu dieser Übersicht erinnert daran, dass in einer zitierten Studie nur etwa 23 % der Stellen mit Verlust für ein neues Implantat geeignet waren. Gomes und Kollegen nennen geringe Knochenqualität und -menge als Faktoren für den Verlust eines Ersatzimplantats. Deshalb ist es wichtig, vor dem zweiten Implantat die Ursache des ersten Verlusts zu verstehen.

Was bedeutet das für eine Behandlung in der Türkei?

Laut Verbraucherzentrale sind Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland nicht verpflichtet, eine im Ausland durchgeführte Behandlung nachzubessern; die Ausnahme ist ein Notfall. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Nachbehandlung häufig nicht, kann aber ein Gutachten erstellen lassen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, vor der Behandlung zu fragen, ob die Praxis im Ausland eine Garantie gibt und was Sie daraus beanspruchen können.

Bei Rönesans gilt für Probleme, die nicht von der Patientin oder dem Patienten verursacht wurden, eine Garantie zu festgelegten Bedingungen; die Einzelheiten erklären wir vor Behandlungsbeginn bei der Untersuchung. Ist für eine Nachbesserung im Rahmen der Garantie eine erneute Reise nötig, übernehmen wir Ihre Reisekosten. Informieren Sie außerdem Ihre Zahnarztpraxis zu Hause über die Behandlung, damit sie bei akuten Beschwerden Bescheid weiß. Was die Krankenkasse in Deutschland übernimmt, lesen Sie im Ratgeber Zahlt die Krankenkasse Zahnersatz aus der Türkei?, den Ablauf nach der Rückkehr auf der Seite Nachsorge.

Wie können Sie das Risiko eines Verlusts senken?

  • Wenn Sie rauchen, besprechen Sie vor der Reise das Aufhören oder zumindest eine Pause.
  • Bei Diabetes: Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker und schicken Sie uns aktuelle Werte.
  • Nennen Sie alle Medikamente und Erkrankungen; setzen Sie kein Medikament selbst ab.
  • Halten Sie sich in der Einheilzeit an die Hinweise zu Ernährung, Mundhygiene und Provisorium.
  • Reinigen Sie das Implantat täglich und nehmen Sie Kontrollen bei Ihrer Praxis zu Hause wahr.
  • Melden Sie Zähneknirschen oder -pressen.
  • Melden Sie Beweglichkeit, Eiter oder zunehmende Schmerzen sofort, auch zwischen zwei Aufenthalten.

Wie gehen wir bei Rönesans vor, wenn ein Implantat nicht einheilt?

Zuerst klären wir mit Untersuchung und DVT (digitale Volumentomographie) in unserer Praxis in Serdivan, ob das Problem am Implantat oder an den Teilen darauf liegt und wie viel Knochen verloren ging. Ihr Implantatpass hilft dabei, das Implantat in Ihrem Mund genau zu identifizieren. Ist vor einem neuen Implantat ein Knochenaufbau nötig, führen wir ihn in unserer Praxis durch; bei Bedarf ist eine Behandlung unter Vollnarkose möglich. Den neuen Plan erarbeiten unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte gemeinsam, und Ihre behandelnde Zahnärztin oder Ihr behandelnder Zahnarzt bleibt dieselbe Person.

Zwischen den Aufenthalten erreichen Sie uns per WhatsApp an +90 532 363 49 54; die Kommunikation auf Deutsch übernimmt ein Teammitglied mit Deutsch als Muttersprache. Die Behandlungsschritte beschreibt die Seite Zahnimplantate.

Quellen
  1. Dental Implants – Leeds Teaching Hospitals NHS Trust
  2. Dental Implants – Cleveland Clinic
  3. Do TA, Le HS, Shen YW, Huang HL, Fuh LJ. Risk Factors related to Late Failure of Dental Implant—A Systematic Review of Recent Studies. International Journal of Environmental Research and Public Health, 2020;17(11):3931.
  4. Staedt H, Rossa M, Lehmann KM, Al-Nawas B, Kämmerer PW, Heimes D. Potential risk factors for early and late dental implant failure: a retrospective clinical study on 9080 implants. International Journal of Implant Dentistry, 2020;6:81.
  5. Halstenbach T u. a. Timing and extent of peri-implant bone loss for dental implant removal: A retrospective cross-sectional analysis. Clinical Oral Investigations, 2026;30:111.
  6. Krisam J, Ott L, Schmitz S u. a. Factors affecting the early failure of implants placed in a dental practice with a specialization in implantology – a retrospective study. BMC Oral Health, 2019;19 (DOAJ-Eintrag)
  7. Gomes GH, Misawa MYO, Fernandes C u. a. A systematic review and meta-analysis of the survival rate of implants placed in previously failed sites. Brazilian Oral Research, 2018;32:e27.
  8. Dental implants: survival after previous implant failure – The Dental Elf (Zusammenfassung von Oh SL, Shiau HJ, Reynolds MA. Survival of dental implants at sites after implant failure: A systematic review. Journal of Prosthetic Dentistry, 2019)
  9. Komplikationen bei Behandlungen im Ausland – Verbraucherzentrale
  10. Implantate können auch Risiken und Nebenwirkungen haben – Verbraucherzentrale

Häufige Fragen

Merkt man in den ersten Tagen, ob das Implantat einheilt?

Meist nicht. Das Verwachsen mit dem Knochen dauert Wochen bis Monate; laut Leeds Teaching Hospitals werden Implantate in der Regel 2 bis 6 Monate nicht belastet. Schwellung und Druckempfindlichkeit in den ersten Tagen gehören zur normalen Heilung. Ob das Implantat eingeheilt ist, zeigt sich in der Regel bei den Kontrollen und vor dem Einsetzen des Zahnersatzes beim zweiten Aufenthalt.

Was ist mit den Kosten, wenn das Implantat nicht einheilt?

Das hängt von den Bedingungen der Praxis ab. Bei Rönesans gilt für Probleme, die nicht von der Patientin oder dem Patienten verursacht wurden, eine Garantie zu festgelegten Bedingungen; Umfang und Ausschlüsse erklären wir vor Behandlungsbeginn bei der Untersuchung. Ist für eine Nachbesserung im Rahmen der Garantie eine erneute Reise nötig, übernehmen wir Ihre Reisekosten.

Gehen bei einer Person, die ein Implantat verliert, auch die anderen verloren?

Meist nicht. In der Studie von Staedt und Kollegen mit 9.080 Implantaten verloren 76,3 % der betroffenen Patientinnen und Patienten nur ein Implantat, 23,7 % mehr als eines. Die Übersicht von Do und Kollegen nennt einen früheren Frühverlust als möglichen Risikofaktor für einen späteren Verlust. Nach einem Verlust ist es deshalb wichtig, die Ursache zu klären.

Ist das Risiko nach einem Knochenaufbau höher?

In der Einheilphase möglicherweise etwas. In der Studie von Krisam und Kollegen war das Risiko eines Frühverlusts an Stellen mit Knochenaufbau höher. Die Übersicht von Do und Kollegen fand dagegen keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Knochenaufbau und Spätverlust. Ob und wann Sie einen Knochenaufbau brauchen, wird nach Untersuchung und DVT entschieden.

Tut das Entfernen eines Implantats weh?

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung, sodass Sie während des Entfernens keinen Schmerz spüren sollen. Ein nicht eingeheiltes Implantat lässt sich anders entfernen als eines mit Knochenverlust oder teilweiser Verwachsung. Welches Vorgehen bei Ihnen nötig ist, erklärt Ihnen Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt nach der Untersuchung.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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