Die erste Woche nach der Implantation: Was erwartet Sie, und was gilt für den Rückflug?

Kurz gesagt

Die erste Woche nach einer Implantation wird meist von Tag zu Tag besser. Leichtes Nachbluten am ersten Tag ist normal, die Schwellung meist nach 48 bis 72 Stunden am stärksten, ein Bluterguss verblasst in 7 bis 10 Tagen. Fäden werden nach 7 bis 14 Tagen entfernt oder lösen sich auf. Ein Fachartikel nennt 72 Stunden Mindestabstand bis zum Rückflug.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Wie verläuft die erste Woche nach der Implantation Tag für Tag?

Bei den meisten Patientinnen und Patienten sind die ersten zwei bis drei Tage am unangenehmsten, danach wird es spürbar besser. Die folgende Übersicht fasst die Hinweise des University of Rochester Medical Center (URMC), der Leeds Teaching Hospitals, der Hull University Teaching Hospitals und des Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust zusammen:

Zeitraum Was in der Regel zu erwarten ist Was hilft
Tag des Eingriffs Taubheit, leichtes Nachbluten, blutiger Speichel Auf eine Kompresse beißen, kühlen, ruhen, Kopf hochlagern
Tag 1 Schwellung und Druckempfindlichkeit nehmen zu Mit der empfohlenen Mundpflege beginnen
Tag 2 bis 3 Schwellung am stärksten, Bluterguss möglich Anstrengung vermeiden, ruhen
Tag 4 bis 7 Schwellung und Beschwerden gehen deutlich zurück Alltag wieder aufnehmen, Mundpflege fortsetzen
Tag 7 bis 14 Fädenkontrolle, auflösbare Fäden fallen ab, Bluterguss verblasst Kontrolltermin wahrnehmen, bei Reisenden oft zu Hause

Die Zeiten sind Durchschnittswerte; Zahl der Implantate, Zusatzeingriffe und Ihre Heilung verändern sie. Schmerzen und Schmerzmittel haben wir im Ratgeber Tut eine Implantation weh? behandelt, die Zahl der Aufenthalte im Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?.

Wie viel Nachbluten ist in den ersten 24 Stunden normal?

Leichtes Nachbluten und rosa gefärbter Speichel sind am ersten Tag normal. Laut URMC ist etwas Blut im Speichel während der ersten 24 Stunden zu erwarten; laut Hull University Teaching Hospitals hört der größte Teil der Blutung innerhalb von 30 Minuten nach dem Eingriff auf.

Blutet es erneut, empfehlen die Quellen folgendes Vorgehen:

  1. Eine saubere Kompresse oder ein sauberes, gefaltetes Stofftaschentuch leicht anfeuchten.
  2. Auf die Wunde legen und die Zähne fest zusammenbeißen. Guy’s and St Thomas’ rät zu mindestens 30 Minuten, das URMC dazu, die Kompresse in dieser Zeit nicht zum Nachsehen herauszunehmen.
  3. Dabei aufrecht sitzen und den Mund nicht ausspülen.
  4. Bei Bedarf wiederholen; laut URMC kann statt der Kompresse auch ein trockener Teebeutel 30 Minuten lang sanft gebissen werden.

Gloucestershire Hospitals rät, den Mund in den ersten 24 Stunden gar nicht auszuspülen, damit sich das Blutgerinnsel nicht löst.

Wann sind Schwellung und Bluterguss am stärksten?

Die Schwellung nimmt zunächst zu und geht dann zurück. Die Quellen beschreiben den Verlauf ähnlich:

  • Leeds Teaching Hospitals: Schwellung und Bluterguss sind meist 24 bis 48 Stunden nach dem Eingriff am stärksten.
  • URMC: Die Schwellung erreicht nach 48 bis 72 Stunden ihren Höhepunkt; ein Bluterguss verblasst in 7 bis 10 Tagen.
  • Gloucestershire Hospitals: Nach Eingriffen im Mund ist die Schwellung am ersten oder zweiten Tag am stärksten und kann bis zu zwei Wochen anhalten.
  • Hull University Teaching Hospitals: Ein Bluterguss an Gesicht und Hals ist normal und verschwindet von selbst.

Kühlen: Guy’s and St Thomas’ empfiehlt in den ersten sechs Stunden jede Stunde zehn Minuten einen Kühlpack, etwa tiefgekühltes Gemüse in einem sauberen Tuch. Das URMC rät in den ersten 24 bis 48 Stunden zu Eis in einem feuchten Handtuch, 20 Minuten kühlen, 40 Minuten Pause. Beide Quellen betonen, dass Eis nicht direkt auf die Haut gehört.

Kopf hochlagern: Laut URMC sollte der Kopf im Liegen vor allem in den ersten 24 Stunden mit zwei bis drei Kissen erhöht werden.

Wie pflegen Sie den Mund in der ersten Woche?

Mit der Mundpflege wird meist am Tag nach dem Eingriff begonnen, vorsichtig rund um die Wunde. Die Quellen empfehlen unterschiedliche Vorgehensweisen:

  • Gloucestershire Hospitals: Nach 24 Stunden viermal täglich nach den Mahlzeiten mit lauwarmem Salzwasser spülen (ein halber Teelöffel Salz auf ein Glas Wasser); die übrigen Zähne wie gewohnt putzen, in Wundnähe sehr vorsichtig.
  • URMC: Ab dem zweiten Tag nach den Mahlzeiten oder vier- bis fünfmal täglich mit warmem Salzwasser spülen und in Wundnähe sanft putzen.
  • Guy’s and St Thomas’: Die Implantatstelle eine Woche lang nicht putzen; stattdessen zweimal täglich eine Minute mit einer Chlorhexidin-Mundspülung spülen.
  • Hull University Teaching Hospitals: Die Fäden ab dem vierten Tag mit einer weichen Zahnbürste putzen, damit sie sich leichter auflösen.

Welche Variante für Sie gilt, sagt Ihnen Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt nach dem Eingriff. Das URMC rät außerdem, in der ersten Woche keinen Strohhalm zu benutzen, weil der Sog das Gerinnsel lösen kann, und in den ersten 72 Stunden auf Bücken, schweres Heben und Sport zu verzichten. Guy’s and St Thomas’ empfiehlt, 24 Stunden keinen Alkohol zu trinken und mit dem Rauchen vor der Behandlung und dauerhaft aufzuhören; mehr dazu im Ratgeber Rauchen und Zahnimplantate.

Wann werden die Fäden entfernt, und wer macht das nach dem Rückflug?

Laut Guy’s and St Thomas’ werden die Fäden 7 bis 14 Tage nach dem Eingriff entfernt und die Wunde dabei kontrolliert; laut Leeds Teaching Hospitals heilt das Zahnfleisch meist in ein bis zwei Wochen, und die Fäden werden in dieser Zeit gezogen. Auflösbare Fäden brauchen länger: bis zu 14 Tage laut Hull University Teaching Hospitals, bis zu drei Wochen laut Gloucestershire Hospitals.

Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland fällt dieser Termin häufig in die Zeit nach dem Rückflug. Klären Sie deshalb vor dem Eingriff, ob selbstauflösende Fäden verwendet werden, und sprechen Sie Ihre Zahnarztpraxis zu Hause vor der Reise an, falls Fäden gezogen werden müssen. Sehen Sie nach dem Eingriff eine kleine Metallkappe aus dem Zahnfleisch ragen, ist das in der Regel die Einheilkappe des Implantats und Teil des Plans.

Wann dürfen Sie nach der Implantation zurückfliegen?

Zu Flügen nach zahnärztlichen Eingriffen gibt es wenig Forschung. Felkai und Kollegen fassen im British Dental Journal (2023) den Stand zusammen und raten Patientinnen und Patienten, die für eine Zahnbehandlung reisen, nicht unmittelbar nach dem Eingriff zurückzufliegen. Als Mindestabstand nennen sie 72 Stunden nach einer unkomplizierten Implantation, sofern an der Wunde keine Schmerzen, Schwellung oder Blutung bestehen; empfohlen wird eher eine Woche. Nach Sinuslift oder Knochenaufbau raten sie zu mindestens zwei Wochen, weil Druckänderungen in der Kabine die Kieferhöhle belasten können. Die Autoren betonen, dass es sich um Erfahrungswerte handelt und mehr Forschung mit Passagierflügen nötig ist.

Planen Sie den Rückflug deshalb so, dass vor der Abreise eine Kontrolle der Wunde möglich ist, und wählen Sie nach Möglichkeit einen flexiblen Tarif. Wann Fliegen für Sie unbedenklich ist, entscheidet Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt nach dem Eingriff. Mehr zu den Zusatzeingriffen lesen Sie in den Ratgebern Sinuslift und Knochenaufbau vor Implantaten.

Bei welchen Anzeichen sollten Sie sich melden?

Nehmen Schwellung, Schmerzen oder Blutung nach einigen Tagen zu statt ab, warten Sie nicht auf den Kontrolltermin; auch die Mayo Clinic rät in diesem Fall, sich an die behandelnde Praxis zu wenden. Nach den Quellen sollten Sie sich außerdem melden bei:

  • Blutung, die trotz 30 Minuten Druck nicht aufhört; Guy’s and St Thomas’ rät dann zur nächsten Notaufnahme
  • harter, heißer Schwellung, die sich nicht bessert (Hull)
  • Fieber, Eiter, geschwollenem Zahnfleisch oder geschwollenen Lymphknoten am Hals (Cleveland Clinic)
  • dem Gefühl, dass sich das Implantat oder die Einheilkappe bewegt (Cleveland Clinic)
  • Taubheit oder verändertem Gefühl, das am Tag nach dem Eingriff noch anhält; Hull rät, sich dann sofort zu melden

Sind Sie bereits zu Hause, ist bei akuten Beschwerden eine Zahnarztpraxis oder der zahnärztliche Notdienst in Ihrer Nähe die erste Anlaufstelle. Was passiert, wenn ein Implantat nicht einheilt, erklärt der Ratgeber Implantat heilt nicht ein.

Wie begleiten wir Sie in der ersten Woche bei Rönesans?

Nach der Implantation planen wir Ihre Kontrolltermine, und Sie wissen von Anfang an, wer Sie behandelt; Fragen in der ersten Woche richten Sie an die Person, die den Eingriff kennt. An den Behandlungstagen bringen wir Sie zwischen Ihrer Unterkunft in Sapanca und der Praxis hin und zurück. Je nach Befund kann für die Einheilzeit ein provisorischer Zahnersatz eingesetzt werden; wenn Sie eine herausnehmbare Prothese tragen, besprechen Sie vor dem Eingriff, ob Sie sie in den ersten Tagen tragen können. Mehr dazu im Ratgeber Provisorium auf Implantaten.

Nach dem Rückflug können Sie uns per WhatsApp an +90 532 363 49 54 schreiben und Fotos senden; Nachrichten auf Deutsch und Englisch beantworten wir während der Öffnungszeiten innerhalb von höchstens 15 Minuten, auf Deutsch durch ein Teammitglied mit Deutsch als Muttersprache. Diese Betreuung hilft bei der Einschätzung, ersetzt aber keine Untersuchung. Bei der Abreise erhalten Sie eine Kopie Ihrer Behandlungszusammenfassung, Kopien Ihrer Röntgenbilder und einen Implantatpass. Wie es nach der ersten Woche weitergeht, lesen Sie auf den Seiten Nachsorge und Zahnimplantate.

Quellen
  1. After having a dental implant – Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust
  2. Oral & Maxillofacial Surgery Postoperative Instructions Following Dental Implants or Related Surgery – University of Rochester Medical Center
  3. Post-operative mouth care following oral surgery – Hull University Teaching Hospitals NHS Trust
  4. Information for patients who have had surgery in the mouth – Gloucestershire Hospitals NHS Foundation Trust
  5. Dental Implants – Leeds Teaching Hospitals NHS Trust
  6. Dental implant surgery – Mayo Clinic
  7. Dental Implants – Cleveland Clinic
  8. Felkai PP, Nakdimon I, Felkai T, Levin L, Zadik Y. Dental tourism and the risk of barotrauma and barodontalgia. British Dental Journal, 2023;234(2):115–117.

Häufige Fragen

Darf ich in der ersten Woche nach der Implantation nach Deutschland zurückfliegen?

Klären Sie das mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt, bevor Sie buchen. Ein Artikel im British Dental Journal (2023) nennt als Mindestabstand 72 Stunden nach einer unkomplizierten Implantation, sofern keine Schmerzen, Schwellung oder Blutung bestehen, und mindestens zwei Wochen nach Sinuslift oder Knochenaufbau; empfohlen wird eher eine Woche. Die Autoren betonen, dass die Werte Erfahrungswerte und keine gesicherten Grenzwerte sind.

Wer zieht meine Fäden, wenn ich schon zu Hause bin?

Fragen Sie vor dem Eingriff, ob selbstauflösende Fäden verwendet werden. Laut Hull University Teaching Hospitals verschwinden auflösbare Fäden innerhalb von bis zu 14 Tagen, laut Gloucestershire Hospitals kann es bis zu drei Wochen dauern. Müssen Fäden gezogen werden, kann das Ihre Zahnarztpraxis zu Hause übernehmen; sprechen Sie sie vor der Reise an.

Ist ein Schmerz im Ohr oder im Kiefergelenk nach der Implantation normal?

Das kann vorkommen. Nach den Hinweisen des University of Rochester Medical Center kann die Mundöffnung nach dem Eingriff einige Tage eingeschränkt sein, und Ohrenschmerzen oder ein empfindliches Kiefergelenk klingen in der Regel im Laufe der ersten Woche ab. Nehmen die Beschwerden von Tag zu Tag zu, melden Sie sich bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt.

Ist das Implantat nach einer Woche eingeheilt?

Nein. Das Zahnfleisch heilt laut Leeds Teaching Hospitals meist in ein bis zwei Wochen, das Implantat selbst verwächst aber erst über zwei bis sechs Monate mit dem Knochen. Die Cleveland Clinic nennt für die erste Heilungsphase etwa eine Woche und für das Verwachsen mit dem Knochen drei bis neun Monate. Deshalb sind für Implantate in der Regel zwei Aufenthalte nötig.

Darf ich mir nach einem Implantat im Oberkiefer die Nase putzen?

Liegt das Implantat nahe der Kieferhöhle, kann Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt Vorsichtsmaßnahmen empfehlen. Das University of Rochester Medical Center rät in diesem Fall, die Nase nicht zu schnäuzen und beim Niesen den Mund offen zu lassen; leichtes Nasenbluten kann vorkommen, bei starkem Nasenbluten sollten Sie sich sofort melden. Ob das für Sie gilt, fragen Sie vor dem Eingriff.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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