Tut eine Implantation weh? Was Sie während und nach dem Eingriff spüren

Kurz gesagt

Ein Implantat wird in der Regel unter örtlicher Betäubung eingesetzt. Schmerzen sollten Sie dabei nicht spüren, Druck und Vibrationen aber möglicherweise schon. Danach sind Wundschmerz, Schwellung und Blutergüsse häufig. Bei den meisten Patientinnen und Patienten sind die Beschwerden in den ersten zwei bis drei Tagen am stärksten und klingen innerhalb von etwa einer Woche ab.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Was spüren Sie, während das Implantat eingesetzt wird?

Laut dem Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust (CUH) werden Implantate in der Regel unter örtlicher Betäubung eingesetzt, also mit einer Spritze, die den Bereich betäubt. Ist er betäubt, spüren Sie laut dem Londoner Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust während des Eingriffs keine Schmerzen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) schreibt, dass sich Schmerzen während einer Behandlung mit hochwirksamen örtlichen Betäubungsmitteln vermeiden lassen.

Nicht jede Empfindung verschwindet: Laut UMass Memorial Health können Sie Geräusche hören und Vibrationen spüren, und ein Merkblatt des NHS Lothian zu kleinen Eingriffen im Mund unter örtlicher Betäubung kündigt Schieben und Druck an. Spüren Sie dennoch Schmerzen, sagen Sie es sofort. Wer die Spritze fürchtet, sollte das laut der britischen Oral Health Foundation ansprechen, damit vorher ein betäubendes Gel auf das Zahnfleisch aufgetragen werden kann.

Wie stark sind die Schmerzen danach, und wie lange halten sie an?

Lässt die Betäubung nach, kann der Wundschmerz einsetzen, meist für begrenzte Zeit:

  • Guy’s and St Thomas’: Die Schmerzen sind individuell verschieden, die meisten brauchen regelmäßig Schmerzmittel, und die Beschwerden sollten höchstens etwa eine Woche anhalten.
  • CUH: Starke Schmerzen sind nach einer Implantation unwahrscheinlich, die Schwellung ist vergleichsweise gering.
  • Leeds Teaching Hospitals NHS Trust: Schwellung und Blutergüsse sind meist 24 bis 48 Stunden nach dem Eingriff am stärksten.
  • Hacettepe-Universität (Ankara): In einer Abschlussarbeit der Fachzahnarztausbildung (Kocabaş, 2017) mit 115 Implantatpatientinnen und -patienten, die eine Woche lang täglich ihre Schmerzen notierten, hatte rund ein Drittel (31 %) in den ersten drei Tagen mäßige oder starke Schmerzen, ab dem vierten Tag noch 6 %.

Eine systematische Übersichtsarbeit in Frontiers in Pharmacology (Melini und Kollegen, 2021) beschreibt die Schmerzen als meist leicht bis mäßig, bei manchen aber stark. In der Hacettepe-Studie hingen stärkere Schmerzen unter anderem mit längerer Operationsdauer und zusätzlichen Eingriffen zusammen.

Was hilft in den ersten Tagen gegen Schmerzen und Schwellung?

Maßgeblich sind die Anweisungen Ihrer Zahnärztin oder Ihres Zahnarztes; die Merkblätter nennen:

  1. Schmerzmittel rechtzeitig: Guy’s and St Thomas’ rät, Schmerzmittel schon vor dem Abklingen der Betäubung und in den ersten zwei Tagen regelmäßig zu nehmen. Ein Merkblatt der DGZMK und der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) rät, verordnete Mittel genau nach Vorschrift zu nehmen und keine weiteren nach eigenem Ermessen. Welches Mittel in welcher Dosis, legt Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt fest; nennen Sie alle Medikamente, besonders Blutverdünner, und Allergien.
  2. Kühlen: Das DGZMK-Merkblatt empfiehlt in den Folgetagen häufig feucht-kalte Umschläge und rät von Eispackungen ab. Guy’s and St Thomas’ nennt in den ersten sechs Stunden zehn Minuten pro Stunde, Eis nie direkt auf die Haut. Fragen Sie, wie Sie kühlen sollen.
  3. Ruhe und Essen: Laut DGZMK hilft beim Ausruhen ein dickes Kissen unter dem Kopf; flaches Liegen sollten Sie meiden. Solange die Betäubung wirkt, essen Sie nichts und trinken nichts Heißes, danach weiche, nicht zu heiße Kost.
  4. Blutung: Bei einer Nachblutung rät die DGZMK, eine halbe Stunde auf ein zusammengerolltes, angefeuchtetes sauberes Stofftaschentuch zu beißen.

Verändern Knochenaufbau oder Sinuslift die Beschwerden?

In der Hacettepe-Studie hingen zusätzliche Eingriffe während der Operation mit stärkeren Schmerzen in den ersten Tagen und mit Schmerzen nach drei Monaten zusammen.

  • Knochenaufbau: Laut Guy’s and St Thomas’ brauchen manche Patientinnen und Patienten beim Einsetzen des Implantats einen kleinen Knochenaufbau. Laut Cleveland Clinic sollten Druckempfindlichkeit, Schwellung und Blutergüsse danach innerhalb von ein bis zwei Wochen abklingen.
  • Sinuslift: Laut CUH wird dieser Eingriff, der im Oberkiefer unter der Kieferhöhle Platz für ein Implantat schafft, meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist normalerweise nicht schmerzhaft. Die Schwellung ist meist nach zwei Tagen am stärksten, ein Bluterguss kann sich über die Wange ausbreiten, Nasenbluten ist möglich. Zwei Wochen lang sollten Sie sich nicht die Nase putzen.

Knochenaufbau und Sinuslift führen wir in unserer Praxis durch. Ob Sie eines davon brauchen, zeigen die Untersuchung und das DVT (digitale Volumentomographie).

Wann gehören Schmerzen nicht mehr zur normalen Heilung?

Wenden Sie sich ohne den Kontrolltermin abzuwarten an Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt, wenn:

  • Schmerzen zunehmen statt nachzulassen (DGZMK, Mayo Clinic) oder sich die Schwellung nach zwei Tagen verstärkt (CUH)
  • Sie Fieber, Eiter oder starke Schmerzen haben (Cleveland Clinic)
  • sich der Mund nur noch stark eingeschränkt öffnen lässt (DGZMK)
  • eine Blutung trotz 30 Minuten Druck nicht aufhört; Guy’s and St Thomas’ rät dann zur Notaufnahme
  • sich das Implantat locker anfühlt (Cleveland Clinic)
  • Lippe, Kinn oder Zunge taub bleiben, obwohl die Betäubung längst abgeklungen sein müsste; laut CUH bildet sich eine Nervenquetschung meist innerhalb einiger Monate zurück und bleibt selten dauerhaft

Was hilft, wenn Sie Angst vor dem Eingriff haben?

Die DGZMK rät in ihrer Patienteninformation zur Behandlungsangst, die Angst schon bei der Terminvereinbarung anzusprechen, bei starker Angst eine Begleitperson mitzunehmen und Zeichen zu vereinbaren, mit denen Sie die Behandlung jederzeit unterbrechen können; auch ausführliche Aufklärung und Pausen nennt sie. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) schreibt auf gesundheitsinformation.de zur Angst vor Operationen, dass Atem- und Entspannungsübungen helfen können und Studien darauf hinweisen, dass Musikhören die Angst lindern kann.

Laut DGZMK gibt es außerdem Medikamente, die die Angst mindern. Ob eine Sedierung für Sie geeignet und möglich ist, sollten Sie vor der Buchung klären. Bei sehr starker Angst (Zahnbehandlungsphobie) kann laut DGZMK eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein.

Eine Vollnarkose verändert laut DGZMK die Angst selbst nicht, ermöglicht aber die Behandlung. In unserer Praxis ist bei Bedarf eine Behandlung in Vollnarkose möglich; ob sie bei Ihnen nötig ist, wird nach der Untersuchung entschieden.

Was bedeuten die ersten Tage nach dem Eingriff für Ihre Reiseplanung?

  • Tag des Eingriffs: Planen Sie nichts weiter ein. Laut DGZMK kann die Reaktionsfähigkeit nach Betäubung und Eingriff für mehrere Stunden herabgesetzt sein, auch im Straßenverkehr. An den Behandlungstagen bringen wir Sie zwischen Ihrer Unterkunft in Sapanca und der Praxis hin und zurück.
  • Bei Vollnarkose: Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS können ihre Wirkungen etwa 24 Stunden anhalten; jemand muss Sie abholen und bei Ihnen bleiben. Reisen Sie allein, sprechen Sie das früh an.
  • Zweiter und dritter Tag: Die Schwellung erreicht meist ihren Höhepunkt; halten Sie diese Tage ruhig.
  • Rückflug: Vor der Abreise wird die Wundheilung kontrolliert. Ein Artikel im British Dental Journal (Felkai und Kollegen, 2023) nennt als Mindestabstand 72 Stunden nach einer unkomplizierten Implantation und zwei Wochen nach Sinuslift oder Knochenaufbau, sofern keine Schmerzen, Schwellungen oder Blutungen bestehen. Druckänderungen im Flugzeug können Schmerzen auslösen; fragen Sie, welches Schmerzmittel Sie dann nehmen sollen. Die Fahrt von Sapanca zu den Istanbuler Flughäfen dauert meist 1,5 bis 2 Stunden. Mehr dazu im Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?

Was tun, wenn nach der Rückkehr Schmerzen oder Schwellungen auftreten?

Unsere Seite Nachsorge nennt die Warnzeichen: Schmerzen oder Schwellung, die nach einigen Tagen zunehmen statt abzuklingen, Fieber, starke Blutungen oder Eiter. Dann suchen Sie zeitnah eine Zahnarztpraxis oder den zahnärztlichen Notdienst in Ihrer Nähe auf, ohne auf unsere Antwort zu warten. Außerdem:

  1. Schreiben Sie uns per WhatsApp mit Fotos und einer kurzen Beschreibung: wo es schmerzt, seit wann, ob es besser oder schlimmer wird und welche Medikamente Sie genommen haben.
  2. Nehmen Sie zur Praxis zu Hause die Kopie Ihrer Behandlungszusammenfassung und die Kopien Ihrer Röntgenbilder mit, die Sie vor der Abreise erhalten. Die Verbraucherzentrale rät, die Nachsorge möglichst von kooperierenden Zahnärztinnen und Zahnärzten in Deutschland durchführen zu lassen.
  3. Informieren Sie uns über den Befund, damit das weitere Vorgehen gemeinsam besprochen werden kann.

Wie geht Rönesans mit Beschwerden nach der Implantation um?

Implantate setzen wir unter örtlicher Betäubung ein; bei Bedarf ist auch eine Behandlung in Vollnarkose möglich. Geplant wird mit einem DVT in unserer Praxis, in der wir auch Knochenaufbau und Sinuslift durchführen; welche Eingriffe vorgesehen sind, steht in Ihrem schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan. Vor Behandlungsbeginn wissen Sie, wer Sie behandelt, und Ihren Fall besprechen unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte gemeinsam. Wenn Sie Angst haben, sagen Sie es uns schon bei der ersten Kontaktaufnahme.

Vor der Abreise wird die Wundheilung kontrolliert. Je nach Befund kann für die Einheilzeit ein provisorischer Zahnersatz eingesetzt werden, und die Nachsorge folgt einem festgelegten Ablauf.

Wir sind montags bis freitags von 10:00 bis 22:00 Uhr und samstags von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet (türkische Zeit). Sie erreichen uns per WhatsApp an +90 532 363 49 54, telefonisch über unsere Zentrale unter +90 264 606 09 43 oder über unsere Kontaktseite. Nachrichten auf Deutsch und Englisch beantworten wir während der Öffnungszeiten innerhalb von höchstens 15 Minuten; die Kommunikation auf Deutsch übernimmt ein Teammitglied mit Deutsch als Muttersprache. Mehr zur Behandlung lesen Sie auf der Seite Zahnimplantate.

Quellen
  1. Having a dental implant – Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust
  2. After having a dental implant – Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust
  3. Insertion of dental implants – Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust
  4. Sinus lift procedures – Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust
  5. Dental Implants – Leeds Teaching Hospitals NHS Trust
  6. Minor Oral Surgery under Local Anaesthetic: Information for patients – Department of Oral Surgery, Edinburgh Dental Institute, NHS Lothian
  7. Dental Implants: Your Surgical Experience – UMass Memorial Health
  8. Kocabaş HZ. Dental İmplant Hastalarında Ağrı Seyrinin Değerlendirilmesi ve Kronik Postoperatif Ağrı ile İlişkisinin Belirlenmesi [Schmerzverlauf bei Implantatpatienten und Zusammenhang mit chronischen postoperativen Schmerzen]. Abschlussarbeit der Fachzahnarztausbildung, Hacettepe-Universität, Zahnmedizinische Fakultät, Abteilung für Parodontologie, 2017.
  9. Melini M, Forni A, Cavallin F, Parotto M, Zanette G. Analgesics for Dental Implants: A Systematic Review. Frontiers in Pharmacology, 2021;11:634963
  10. Dental Bone Graft: Process, Purpose & Healing – Cleveland Clinic
  11. Dental Implants – Cleveland Clinic
  12. Dental implant surgery – Mayo Clinic
  13. Felkai PP, Nakdimon I, Felkai T, Levin L, Zadik Y. Dental tourism and the risk of barotrauma and barodontalgia. British Dental Journal, 2023;234(2):115–117
  14. Managing Dental Anxiety: Tips & Support – Oral Health Foundation
  15. Verhaltensregeln nach operativen Eingriffen im Mund- und Kieferbereich – Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG), Stand 07/2016
  16. Die Angst vor der Zahnbehandlung – Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK)
  17. Was hilft gegen Ängste vor einer Operation? – gesundheitsinformation.de, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
  18. General anaesthetic – NHS
  19. Zahnbehandlung im Ausland: Das sollten Sie beachten – Verbraucherzentrale

Häufige Fragen

Tut die Betäubungsspritze weh?

Viele fürchten vor allem die Spritze. Die britische Oral Health Foundation rät, eine Spritzenangst anzusprechen, damit vorher ein betäubendes Gel auf das Zahnfleisch aufgetragen werden kann. Ist der Bereich betäubt, spüren Sie laut dem Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust während des Eingriffs keine Schmerzen; laut UMass Memorial Health und NHS Lothian können Vibrationen oder Druck aber spürbar bleiben.

Darf ich mit Wundschmerzen nach Hause fliegen?

Fragen Sie vorher Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt. Ein Artikel im British Dental Journal (2023) nennt als Mindestabstand 72 Stunden nach einer unkomplizierten Implantation und zwei Wochen nach Sinuslift oder Knochenaufbau, und zwar nur, wenn keine Schmerzen, Schwellungen oder Blutungen bestehen. Weil Druckänderungen im Flugzeug Schmerzen auslösen können, fragen Sie auch, welches Schmerzmittel Sie gegebenenfalls nehmen sollen.

Spüre ich nach einer Vollnarkose hinterher nichts?

Unter Vollnarkose bekommen Sie den Eingriff nicht mit; die Wunde muss danach trotzdem heilen. Die Mayo Clinic nennt Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzen an der Implantatstelle und leichte Blutungen als typische Folgen einer Implantation. Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS können die Wirkungen einer Vollnarkose etwa 24 Stunden anhalten; jemand muss Sie abholen und bei Ihnen bleiben.

Tut ein Sinuslift mehr weh als ein gewöhnliches Implantat?

Laut den Cambridge University Hospitals wird ein Sinuslift meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist normalerweise nicht schmerzhaft. Danach ist die Schwellung meist nach zwei Tagen am stärksten, ein Bluterguss kann sich über die Wange ausbreiten, und Nasenbluten ist möglich; zwei Wochen lang sollten Sie sich nicht die Nase putzen. Schmerzen, die nicht nachlassen, sollten Sie melden.

Ist es normal, wenn ein Implantat nach Monaten schmerzt?

Neue Schmerzen sollten Sie abklären lassen. In einer Studie an der Hacettepe-Universität hingen Schmerzen drei Monate nach dem Eingriff mit zusätzlichen Eingriffen während der Operation, langanhaltenden Schmerzen nach früheren Operationen und Depressionswerten zusammen. An einem eingeheilten Implantat können wundes oder geschwollenes Zahnfleisch und Bluten auf eine Entzündung hinweisen; mehr dazu in unserem Ratgeber zur Periimplantitis.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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