Sind Zahnimplantate ein Hindernis für eine MRT?
In der Regel nicht, aber Sie müssen sie angeben. Laut der Übersichtsarbeit von Chockattu und Kollegen in Restorative Dentistry & Endodontics (2018) bestehen Zahnimplantate aus nicht ferromagnetischem Titan und enthalten nur Spuren von Eisen; diese Spuren führen zu einem Signalverlust nahe der Metalloberfläche, also zu einer Bildstörung, nicht zu einer Gefährdung. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beschreibt, worum es bei der MRT-Sicherheit geht: Das starke Magnetfeld beschleunigt metallische, vor allem ferromagnetische Gegenstände, und passive Implantate wie Clips, Stents oder Gelenkprothesen müssen vor der Untersuchung auf ferromagnetische Bestandteile geprüft werden. Fest eingewachsene Implantate abseits empfindlicher Strukturen stuft das BfS als weniger kritisch ein.
Für Sie bedeutet das: Die Entscheidung, wie die Aufnahme durchgeführt wird, trifft die Radiologie, und sie braucht dafür Ihre Angaben. Das BfS fordert eine sorgfältige Befragung der Patientinnen und Patienten und bei Bedarf Rückfragen beim Hersteller oder bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Der North Bristol NHS Trust schreibt, dass Zahnfüllungen und Brücken untersucht werden können, die Radiografinnen und Radiografen davon aber wissen müssen, um die Aufnahme zu optimieren.
Stören Zahnimplantate die MRT-Bilder?
Ja, vor allem wenn die untersuchte Region nahe am Implantat liegt. In einer von Chockattu und Kollegen zitierten Untersuchung (Smeets et al., 2017) war das MRT-Signal um Titan- und Titan-Zirkonium-Implantate bis zu 14,1 Millimeter vom Implantat entfernt abgeschwächt. Andere Studien fanden bei Titanimplantaten ausgeprägte Artefakte in allen Ebenen, wieder andere nur geringe Störungen, die die Auswertung nicht beeinträchtigten. Die Ergebnisse sind also uneinheitlich.
Auch der Zahnersatz auf dem Implantat spielt eine Rolle: Laut derselben Übersicht war das Artefaktvolumen bei einem Titanimplantat mit einem Kronengerüst aus Nichtedelmetall ungünstig. Wird eine MRT von Zunge, Speicheldrüsen, Kiefergelenk oder Hals geplant, beschreiben Sie der Radiologie deshalb genau, welche Implantate, Kronen und Brücken Sie im Mund haben. Zur Kontrolle der Implantate selbst eignen sich laut Smeets et al. CT und DVT (digitale Volumentomographie) besser, weil sie weniger von Titanartefakten betroffen sind.
Keramikimplantate aus Zirkoniumdioxid verursachen in den meisten zitierten Studien deutlich weniger Artefakte; die geringsten Störungen zeigte ein Zirkonimplantat mit einer Krone aus Vollzirkon. Eine Studie fand allerdings für Zirkoniumdioxid im Mittelgesicht ähnliche Effekte wie bei Metall. Ob Titan oder Keramik: Die MRT ist nur einer von mehreren Gesichtspunkten; die anderen erklärt der Ratgeber Keramikimplantat oder Titanimplantat.
Was müssen Sie bei einer Prothese mit Magnethaltern beachten?
Manche herausnehmbaren Prothesen auf Implantaten halten über Magnete: Der Magnet sitzt in der Prothese, auf dem Implantat befindet sich ein Metallhalter (Keeper). Dieses System verlangt vor einer MRT besondere Aufmerksamkeit. Die Stellungnahme des Leitlinienausschusses der japanischen Gesellschaft für zahnärztliche Radiologie und die zitierten Studien heben hervor:
- Die Prothese bleibt draußen: Eine Prothese mit Magneten wird vor dem Untersuchungsraum herausgenommen; die Gesellschaft berichtet von einem Fall, in dem eine Prothese am MRT-Gerät haften blieb.
- Halter auf dem Implantat möglichst entfernen: Die Gesellschaft empfiehlt dringend, die Halter für die Dauer der MRT zu entfernen, und rät zu verschraubten Haltern, die sich vorübergehend abnehmen lassen. Chockattu und Kollegen zitieren Studien, nach denen an Implantaten befestigte Magnethalter große Artefakte verursachen und bei umfassenden MRT-Aufnahmen von Kopf und Hals entfernt werden müssen.
- Erwärmung und Kräfte: Hasegawa und Kollegen (2015) maßen bei 3 Tesla eine höchste Temperaturerhöhung von 1,42 °C; die auf die Halter wirkenden Kräfte überschritten jedoch tendenziell die akzeptablen Grenzen, weshalb die Autoren eine Kontrolle der Teile vor und nach der MRT empfehlen.
Das Entfernen eines Halters ist ein zahnärztlicher Eingriff. Welche Haltesysteme es gibt, erklärt der Ratgeber Druckknopfprothese auf Implantaten.
Was sollten Sie vor einer MRT in Deutschland klären?
- Geben Sie Implantate, Kronen und Brücken bei der Terminvereinbarung und im MRT-Sicherheitsfragebogen an.
- Nehmen Sie Ihren Implantatpass mit. Das Deutsche Ärzteblatt berichtet, dass Implantatpässe häufig keine Angaben zur MRT-Tauglichkeit enthalten und Radiologinnen und Radiologen die Daten dann beim Hersteller suchen müssen; Hersteller, Modell und Chargennummer auf dem Pass verkürzen diese Suche.
- Nehmen Sie herausnehmbaren Zahnersatz vor der Untersuchung heraus und sagen Sie, ob er Magnete enthält.
- Liegt die untersuchte Region nahe am Mund, sprechen Sie mögliche Bildstörungen an.
- Lassen Sie nach der MRT den Sitz magnetischer Teile und der Prothese kontrollieren.
Lösen Zahnimplantate am Flughafen Alarm aus?
Das lässt sich nicht sicher vorhersagen. Ob ein Detektor anschlägt, hängt vor allem von der Metallmenge und der Einstellung des Geräts ab. Die Daten stammen überwiegend aus Studien mit orthopädischen Implantaten:
- Kamineni und Kollegen (2002) testeten am Flughafen Stansted zwölf Patientinnen und Patienten mit Implantaten sowie 60 Implantate außerhalb des Körpers. Torbögen übersahen einige Implantate, abhängig von der Durchgangsgeschwindigkeit; Handdetektoren fanden fast alle. Entscheidend war bei Edelstahl wie bei Titan die Masse des Implantats. Die Autoren raten, einen Nachweis über das Implantat mitzuführen.
- Basu und Kollegen (1997) fanden, dass die meisten Platten und Schrauben und ein einzelner Gelenkersatz keinen Alarm auslösten, drei oder vier Gelenkprothesen zusammen dagegen schon.
Zahnimplantate waren in diesen Studien nicht enthalten. Ein einzelnes Zahnimplantat ist deutlich kleiner als eine Hüft- oder Knieprothese; die Wahrscheinlichkeit eines Alarms dürfte deshalb gering sein. Eine direkte Messung mit Zahnimplantaten liegt uns nicht vor, und mehrere Implantate, Metallgerüste oder empfindlich eingestellte Handdetektoren können das Ergebnis verändern.
Wie verhalten Sie sich bei der Sicherheitskontrolle?
Die US-Sicherheitsbehörde TSA rät, Metallimplantate vor der Kontrolle anzugeben; löst der Metalldetektor aus, folgt eine Nachkontrolle von Hand. Sie können dem Personal vorab sagen, dass Sie Zahnimplantate tragen, und bei Bedarf den Implantatpass zeigen. Für elektronische Geräte wie Herzschrittmacher gelten andere Regeln: Die TSA rät, nicht durch den Torbogen zu gehen und vor dem Flug mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen.
Wofür ist der Implantatpass von Rönesans gedacht?
Nach der Implantation erhalten Sie einen Implantatpass; für jedes Implantat trägt er das offizielle Etikett des Herstellers mit Durchmesser, Länge und Chargennummer sowie einem QR-Code, über den sich die Echtheit prüfen lässt. Hersteller und Modell Ihrer Implantate stehen außerdem in Ihrem schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan. Zeigen Sie den Pass vor einer MRT der Radiologie und bei Bedarf am Flughafen; so lässt sich schnell belegen, was Sie im Mund tragen.
Bei der Abreise erhalten Sie zudem eine Kopie Ihrer Behandlungszusammenfassung und Kopien Ihrer Röntgenbilder. Steht bei Ihnen eine MRT an oder tragen Sie eine herausnehmbare Prothese auf Implantaten, sagen Sie es uns beim Kontrolltermin oder per WhatsApp an +90 532 363 49 54. Die Versorgungsmöglichkeiten finden Sie auf den Seiten Implantatgetragene Prothese und Zahnimplantate, die Betreuung nach der Rückkehr auf der Seite Nachsorge.