Aufbau eines Zahnimplantats: Implantat, Abutment und Krone erklärt

Kurz gesagt

Ein Zahnimplantat besteht in der Regel aus drei Teilen: dem schraubenförmigen Implantatkörper im Kieferknochen, dem Abutment, das ihn mit dem sichtbaren Zahnersatz verbindet, und der Krone, Brücke oder Prothese darauf. Während der Einheilung wird das Implantat mit einer Verschlussschraube oder einem Gingivaformer abgedeckt. Bei einteiligen Systemen sind Körper und Abutment aus einem Stück gefertigt.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Aus welchen Teilen besteht ein Zahnimplantat?

Die Cleveland Clinic beschreibt die Implantatversorgung mit drei Grundbausteinen: dem Implantat mit Gewinde, das in den Knochen gesetzt wird, dem darauf geschraubten Verbindungsstück (Abutment), das etwas über das Zahnfleisch hinausragt, und dem sichtbaren Zahnersatz, also Krone, Brücke oder Prothese. Die Patientenbroschüre des Universitätsklinikums Freiburg beschreibt das Implantat als schraubenförmigen Zahnwurzelersatz, der die Funktion der natürlichen Wurzel übernimmt, und das Abutment als Verbindungsteil, an dem Krone oder Halteelement befestigt werden. Während der Einheilung kommen vorübergehend Verschlussschraube oder Gingivaformer hinzu.

Teil Wo es sitzt Aufgabe Wann es eingesetzt wird
Implantatkörper Im Kieferknochen Ersetzt die Zahnwurzel Beim Eingriff
Verschlussschraube Unter dem Zahnfleisch, auf dem Implantat Verschließt den Innenkanal während der Einheilung Beim zweizeitigen Vorgehen beim Eingriff
Gingivaformer Ragt durch das Zahnfleisch in den Mund Formt das Zahnfleisch um das Implantat Beim einzeitigen Vorgehen beim Eingriff, beim zweizeitigen bei der Freilegung
Abutment mit Abutmentschraube Auf Zahnfleischhöhe, zwischen Implantat und Zahn Verbindet Implantat und Zahnersatz In der prothetischen Phase
Krone, Brücke oder Prothese Sichtbar im Mund Kauen und Aussehen In der prothetischen Phase

Was ist der Implantatkörper?

Der Implantatkörper ersetzt die verlorene Zahnwurzel. Leeds Teaching Hospitals beschreibt ihn als hohle Schraube, meist aus einer Titanlegierung; die Universitätsklinik Freiburg nennt Titan als Standardmaterial und erwähnt, dass Keramikimplantate vereinzelt eingesetzt werden. „Hohl“ bezieht sich auf den Innenkanal mit Gewinde, in den Verschlussschraube, Gingivaformer und Abutment eingeschraubt werden. Laut der Cleveland Clinic dauert das Verwachsen mit dem Knochen (Osseointegration) drei bis neun Monate; die Universitätsklinik Freiburg gibt an, dass Implantate nach sechs bis zwölf Wochen im Knochen eingeheilt sind. Den Vergleich der Materialien finden Sie im Ratgeber Keramikimplantat oder Titanimplantat.

Die Form der Verbindung zwischen Implantatkörper und Abutment unterscheidet sich von System zu System. Die Übersichtsarbeit von Lauritano und Kollegen (2020) vergleicht Außensechskant, Innensechskant und konische Verbindungen und stellt fest, dass keine Bauform die Verbindungsstelle vollständig abdichtet. Diese Vielfalt erklärt auch, warum der Implantatpass so wichtig ist.

Wozu dienen Verschlussschraube und Gingivaformer?

Nach dem Einsetzen kann das Implantat auf zwei Arten abgedeckt werden. Leeds Teaching Hospitals beschreibt es so:

  1. Einzeitiges Vorgehen: Bei einfacheren Eingriffen wird sofort ein Gingivaformer aufgesetzt, der über dem Zahnfleisch sichtbar bleibt.
  2. Zweizeitiges Vorgehen: Bei komplexeren Eingriffen wird das Implantat mit einer Verschlussschraube verschlossen und das Zahnfleisch darüber vernäht. Nach der Einheilung, laut Leeds etwa zwei bis sechs Monate, wird das Implantat in einem kleinen Eingriff freigelegt und der Gingivaformer eingesetzt.

Die Cochrane-Übersicht von Esposito und Kollegen (2009) verglich beide Vorgehen in fünf randomisierten Studien mit 239 Teilnehmenden. Beim Implantatverlust pro Person gab es keinen signifikanten Unterschied; bei zahnlosen Kiefern zeigte sich eine Tendenz zugunsten des zweizeitigen Vorgehens. Laut den Autoren spart das einzeitige Vorgehen den zweiten kleinen Eingriff, während das zweizeitige vorzuziehen sein kann, wenn das Implantat anfangs nicht fest genug sitzt, gleichzeitig ein Knochenaufbau erfolgt oder eine Übergangsprothese zu viel Kraft übertragen könnte. Für Reisende findet die Freilegung dann in der Regel zu Beginn des zweiten Aufenthalts statt.

Was ist ein Abutment, und welche Arten gibt es?

Das Abutment ist das Zwischenstück zwischen Implantatkörper und Zahn und wird mit einer Abutmentschraube im Implantat fixiert. Eine Übersichtsarbeit in Dental Update (2013) unterscheidet im Wesentlichen:

  • Konfektionierte Abutments: industriell in Standardformen gefertigt, teils im Mund oder am Modell nachbearbeitbar.
  • Individuelle Abutments: nach Zahnfleisch- und Zahnform der Patientin oder des Patienten gegossen oder im CAD/CAM-Verfahren gefräst.
  • Keramikabutments: aus Materialien wie Zirkonoxid; laut der Übersichtsarbeit sind Zirkonoxidabutments bruchfester und weißer als solche aus Aluminiumoxid.

Beim Anziehen der Abutmentschraube entsteht laut derselben Arbeit eine Vorspannung, die die Teile zusammenpresst. Kaukräfte, die dieser Vorspannung entgegenwirken, können die Schraube lockern oder brechen lassen; eine präzise Passung und Kräfte entlang der Implantatachse helfen, dass sie fest bleibt. Was ein lockerer Zahn bedeutet, erklärt der Ratgeber Der Zahn auf dem Implantat wackelt.

Ob die Krone mit Schraube oder Zement befestigt wird, ist eine eigene Entscheidung; Leeds Teaching Hospitals nennt beide Wege. Den Vergleich finden Sie im Ratgeber Verschraubt oder zementiert, die Wahl des Kronenmaterials im Ratgeber Zirkon oder Keramik.

Einteilig oder zweiteilig: Was ist der Unterschied?

Bei zweiteiligen Implantaten sind Körper und Abutment getrennte Teile, die verschraubt werden. Bei einteiligen Implantaten sind beide aus einem Stück gefertigt. Nach der Übersichtsarbeit von Çota und Kollegen (2026) bleibt bei zweiteiligen Systemen zwischen Körper und Abutment ein winziger Spalt (Mikrospalt), durch den Bakterien eindringen können; einteilige Implantate haben diese Verbindungsstelle nicht.

Merkmal Einteiliges Implantat Zweiteiliges Implantat
Körper und Abutment Ein Stück Getrennte Teile, verschraubt
Spalt zwischen Körper und Abutment Keiner Vorhanden
Einheilphase Oberer Teil ragt ab dem Eingriff aus dem Zahnfleisch Verschlussschraube oder Gingivaformer möglich
Wahl des Abutments Nachträglich nicht änderbar Winkel und Form wählbar

Trotz dieses theoretischen Unterschieds sind die klinischen Ergebnisse ähnlich. Die systematische Übersichtsarbeit von Limírio und Kollegen (2019) wertete fünf Studien mit 270 Personen und 434 Implantaten über im Mittel vier Jahre aus und fand keinen signifikanten Unterschied bei Implantatüberleben und Knochenabbau. Auch Çota und Kollegen sehen keinen klaren klinischen Vorteil einteiliger Implantate belegt.

Bone Level oder Tissue Level: Was bedeutet das?

Die Begriffe beschreiben, wo die Verbindungsstelle zwischen Körper und Abutment liegt. Nach der Definition in der Übersichtsarbeit von Atieh und Kollegen (2025):

  • Beim Bone-Level-Implantat liegt die Verbindung auf Höhe des Knochenrands.
  • Beim Tissue-Level-Implantat hat der Körper oben einen mit ihm verbundenen Hals, der durch das Zahnfleisch reicht und die Verbindungsstelle auf Zahnfleischhöhe, weg vom Knochen, verlagert.

Dieselbe Arbeit fand in fünf randomisierten Studien (241 Personen, 501 Implantate, ein bis fünf Jahre) keinen signifikanten Unterschied bei Periimplantitis und Implantatverlust. Welche Bauform gewählt wird, richtet sich nach Region, Zahnfleischdicke und geplantem Zahnersatz.

Was steht im Implantatpass, und warum ist er in Deutschland so wichtig?

Der Implantatpass ist der Ausweis Ihres Implantats. Weil die Verbindung zwischen Körper und Abutment von System zu System unterschiedlich ist, braucht jede Praxis, die später eine Schraube ersetzt, ein Abutment tauscht oder eine neue Krone anfertigt, die Angabe, welches System im Mund ist. Laut einem Bericht der Zahnärztlichen Mitteilungen (zm) über ein Symposium der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) gibt es mehr als 200 Implantatsysteme, viele Patientinnen und Patienten wissen nicht, welches sie tragen, und ein Implantatpass wird nicht überall ausgestellt oder geht verloren; die DGI arbeitet deshalb an einem digitalen Pass. Die Verbraucherzentrale rät bei Behandlungen im Ausland, auf eine vollständige schriftliche Dokumentation mit Diagnosen, Befunden, Therapien und verwendeten Materialien zu achten, am besten in Form eines Materialpasses.

Nehmen Sie den Implantatpass also mit nach Deutschland und geben Sie Ihrer Praxis zu Hause eine Kopie. Welche Unterlagen Sie sonst mitnehmen sollten, steht im Ratgeber Unterlagen für die Zahnbehandlung in der Türkei.

Welche Teile werden bei welchem Aufenthalt eingesetzt?

Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland verteilen sich die Teile in der Regel auf zwei Aufenthalte. Beim ersten wird der Implantatkörper gesetzt und mit Verschlussschraube oder Gingivaformer abgedeckt; je nach Befund kann für die Einheilzeit ein provisorischer Zahnersatz eingesetzt werden, wie ihn der Ratgeber Provisorium während der Einheilung beschreibt. Beim zweiten Aufenthalt, einige Monate später, werden bei Bedarf die Implantate freigelegt, Abutments eingesetzt und Krone, Brücke oder Prothese angepasst und befestigt. Wie lange jeder Aufenthalt dauert, erklärt der Ratgeber Zahnimplantate in der Türkei: Wie lange sollten Sie bleiben?

Was steht im Implantatpass bei Rönesans?

Nach der Implantation erhalten Sie in unserer Praxis einen Implantatpass. Darin ist für jedes Implantat das offizielle Etikett des Herstellers eingeklebt, auf dem unter anderem Durchmesser, Länge und Chargennummer stehen; über einen QR-Code lässt sich die Echtheit des Implantats prüfen. Hersteller und Modell nennen wir auf unserer Website nicht; sie stehen in Ihrem schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan, den Sie vor Behandlungsbeginn erhalten und in dem auch steht, welcher Zahn wie behandelt wird und was es kostet.

Während der Einheilung wird je nach Fall ein provisorischer Zahn eingesetzt. Für die Abformung steht in unserer Praxis ein intraoraler Scanner zur Verfügung; Kronen, Brücken und Prothesen fertigt unser Partnerlabor im CAD/CAM-Verfahren. Bei der Abreise erhalten Sie eine Kopie Ihrer Behandlungszusammenfassung und Ihrer Röntgenbilder, und die Nachsorge per WhatsApp unter +90 532 363 49 54 ist Teil der Behandlung. Die Optionen für festen und herausnehmbaren Zahnersatz beschreiben die Seiten Zahnimplantate, Feste Zähne auf Implantaten und Implantatgetragene Prothese; zur Pflege siehe Zahnersatz auf Implantaten pflegen.

Quellen
  1. Dental Implants – Cleveland Clinic
  2. Dental Implants – Leeds Teaching Hospitals NHS Trust
  3. Esposito M, Grusovin MG, Chew YS, Coulthard P, Worthington HV. Interventions for replacing missing teeth: 1- versus 2-stage implant placement. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2009, CD006698.
  4. An introduction to single implant abutments. Dental Update, 2013;40(1):7–17.
  5. Atieh MA, Shah M, Hakam A, Aid A, Tawse-Smith A, Alsabeeha NHM. Peri-Implantitis and Survival Outcomes of Tissue Level Versus Bone Level Dental Implants: A Systematic Review and Meta-Analysis. Clinical and Experimental Dental Research, 2025;11(5):e70242.
  6. Limírio JPJO, Lemos CAA, Gomes JML, Minatel L, Rezende MCRA, Pellizzer EP. A clinical comparison of 1-piece versus 2-piece implants: A systematic review and meta-analysis. Journal of Prosthetic Dentistry, 2019 (Open-Access-Eintrag der UNESP)
  7. Çota K, Meto A, Fiorillo L, Galletti C, Fraile JF, Meto A. Implant-Abutment Interface and Peri-implant Inflammation in One-Piece and Two-Piece Dental Implants: A Narrative Review. European Journal of Dentistry, 2026 (Open-Access-Eintrag der Università Kore)
  8. Lauritano D, Moreo G, Lucchese A, Viganoni C, Limongelli L, Carinci F. The Impact of Implant–Abutment Connection on Clinical Outcomes and Microbial Colonization: A Narrative Review. Materials, 2020;13(5):1131.
  9. Wittneben JG, Millen C, Brägger U. Clinical Performance of Screw- Versus Cement-Retained Fixed Implant-Supported Reconstructions: A Systematic Review. International Journal of Oral & Maxillofacial Implants, 2014;29(Suppl):84–98.
  10. Implantologie – Patientenbroschüre der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Freiburg, 2018
  11. Ein E-Pass für dentale Implantate – zm-online, Zahnärztliche Mitteilungen, 16.09.2022
  12. Zahnbehandlung im Ausland: Das sollten Sie beachten – Verbraucherzentrale, Stand 04.12.2024

Häufige Fragen

Muss das Implantat irgendwann ausgetauscht werden?

Ein eingeheilter Implantatkörper wird nicht routinemäßig ersetzt. Die Teile darauf können dagegen Wartung brauchen: In der Übersichtsarbeit von Wittneben und Kollegen für das ITI wurde bei verschraubtem Zahnersatz eine Lockerung der Prothetikschraube mit 1,76 Ereignissen pro 100 Jahre Tragezeit berechnet. Eine gelockerte Schraube oder ein beschädigtes Abutment lässt sich meist erneuern, ohne das Implantat anzutasten.

Wie lange bleibt der Gingivaformer im Mund?

In der Regel bis zur prothetischen Phase. Der Gingivaformer formt das Zahnfleisch um das Implantat, während dieses mit dem Knochen verwächst. Für diese Wartezeit nennen Leeds Teaching Hospitals zwei bis sechs Monate und die Cleveland Clinic drei bis neun Monate; die Universitätsklinik Freiburg beschreibt die knöcherne Einheilung nach sechs bis zwölf Wochen. Die Dauer hängt vom Knochen und von Zusatzeingriffen ab. Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland liegt diese Zeit meist zwischen den beiden Aufenthalten.

Ich habe meinen Implantatpass verloren. Was nun?

Bitten Sie die Praxis, die das Implantat gesetzt hat, um eine Kopie der Implantatdaten aus Ihrer Akte. Diese Angaben sind wichtig, damit eine gelockerte oder gebrochene Komponente später mit einem passenden Teil ersetzt werden kann. Bewahren Sie Pass oder Kopie zusammen mit Ihren Gesundheitsunterlagen auf und geben Sie Ihrer Praxis in Deutschland eine Kopie.

Aus welchem Material bestehen die Teile?

Laut Leeds Teaching Hospitals und der Universitätsklinik Freiburg besteht der Implantatkörper in der Regel aus Titan; Keramikimplantate werden laut Freiburg vereinzelt eingesetzt. Nach einer Übersichtsarbeit in Dental Update können Abutments aus Titan, Goldlegierungen oder Keramik wie Zirkonoxid bestehen; bei dünnem Zahnfleisch kann ein Metallabutment gräulich durchschimmern. Das Material der Krone richtet sich nach Ästhetik und Kaukraft.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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