Ist das Alter ein Hindernis für feste Zähne auf Implantaten?
Das Alter allein ist meist nicht entscheidend. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Implantaten bei Menschen ab 65 Jahren (Srinivasan et al., 2017) errechnete, dass nach einem Jahr 97,7 % und nach zehn Jahren 91,2 % der Implantate noch im Mund waren, und folgert, dass das Alter allein die Implantatbehandlung nicht begrenzen sollte. Da nur zwei der elf einbezogenen Studien ausschließlich Menschen über 65 untersuchten, raten die Autorinnen und Autoren, die Ergebnisse vorsichtig zu deuten.
Eine Versorgung des ganzen Kiefers ist aufwendiger als ein einzelnes Implantat: mehrere Implantate, oft Zahnentfernungen und eine Einheilzeit von einigen Monaten mit Provisorium. Für Patientinnen und Patienten aus dem Ausland bedeutet das in der Regel zwei Aufenthalte im Abstand von mehreren Monaten, wie auf unserer Seite Feste Zähne auf Implantaten beschrieben. Die 6. Konsensuskonferenz des International Team for Implantology (ITI) empfiehlt, Implantate bei älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen zu erwägen, wenn der funktionelle und psychosoziale Nutzen Risiken, Kosten und Belastung der Behandlung überwiegt. Auch die Reisen gehören zu dieser Belastung.
Welche Erkrankungen und Medikamente spielen eine Rolle?
Das ITI empfiehlt bei Begleiterkrankungen eine individuelle Risikoabwägung, die auch berücksichtigt, wie selbstständig jemand im Alltag ist. Häufige Themen im höheren Alter:
- Diabetes: Laut ITI können bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes hohe Überlebensraten von Implantaten erreicht werden; neben der Blutzuckereinstellung sollte die Mundhygiene eng überwacht werden.
- Knochenstärkende Medikamente: Die American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons (AAOMS) schätzt in ihrem Positionspapier von 2022 das Risiko einer medikamentenassoziierten Kiefernekrose bei Osteoporose auf höchstens 0,05 % unter Bisphosphonaten zum Einnehmen und auf 0,04 bis 0,3 % unter Denosumab. Bei einer Krebsbehandlung mit solchen Medikamenten als Infusion oder Spritze rät sie, Implantate zu vermeiden.
- Blutverdünnende Mittel: Bei einer Versorgung des ganzen Kiefers wird an mehreren Stellen operiert; die Praxis muss daher jedes gerinnungshemmende Medikament kennen, das Sie einnehmen.
- Herzerkrankungen: Laut ITI ist die Überlebensrate von Implantaten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ähnlich wie bei Menschen ohne diese Erkrankungen.
- Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich: Laut ITI kann sie die Überlebensrate von Implantaten verringern.
- Rauchen: Es kann die Heilung beeinträchtigen; sprechen Sie es vor der Behandlung an.
- Mundtrockenheit: Laut dem US-amerikanischen National Institute of Dental and Craniofacial Research (NIDCR) gehört ein trockener Mund nicht zum Älterwerden an sich; Hunderte Medikamente können den Speichelfluss verringern, mehrere zusammen umso mehr.
Setzen Sie kein Medikament eigenmächtig ab und ändern Sie keine Dosis. Ist eine Anpassung nötig, entscheidet Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt, die oder der das Medikament verordnet hat.
Welche Unterlagen sollten Sie von zu Hause mitbringen?
Ein vollständiges Bild Ihrer Gesundheit erleichtert die Planung. Stellen Sie vor der Reise zusammen:
- eine Liste aller Medikamente mit Dosierung, auch solcher, die Sie als Spritze oder Infusion erhalten
- Arztbriefe Ihrer Hausarztpraxis oder Ihrer Fachärztinnen und Fachärzte mit Diagnosen und aktueller Behandlung
- aktuelle Laborwerte, bei Diabetes zum Beispiel den letzten HbA1c-Wert
- vorhandene Röntgenbilder oder DVT-Aufnahmen und die Prothese, die Sie derzeit tragen
Kopien können Sie vorab per WhatsApp senden; sie fließen dann in die erste Voreinschätzung ein. Wenn jemand aus Ihrer Familie Sie im Alltag unterstützt, kann es sinnvoll sein, gemeinsam zur Untersuchung zu kommen. Mehr dazu auf der Seite Ihren Besuch planen.
Reicht der Knochen nach vielen Jahren mit Prothese?
Nach Zahnverlust kann sich der Kieferknochen allmählich zurückbilden, und eine Prothese sitzt oft schlechter. Laut der Cleveland Clinic muss genug Knochen für die Implantate vorhanden sein; wo Knochen verloren gegangen ist, kann ein Knochenaufbau in vielen Fällen helfen. Eine DVT-Aufnahme (digitale Volumentomographie) zeigt Höhe und Breite des Knochens sowie die Lage von Kieferhöhlen und Nerven. Danach wird entschieden, ob vier oder sechs Implantate, zusätzliche Eingriffe oder eine andere Versorgungsart passen.
Festsitzende Brücke oder herausnehmbare Implantatprothese?
Eine festsitzende Brücke wird auf den Implantaten befestigt; laut der Cleveland Clinic kann sie zu Hause nicht herausgenommen werden und wird bei Bedarf in der Praxis abgenommen. Eine herausnehmbare Implantatprothese rastet auf Halteelementen der Implantate ein, und Sie nehmen sie selbst heraus.
| Thema | Festsitzende Brücke | Herausnehmbare Implantatprothese |
|---|---|---|
| Herausnehmen | Nur in der Praxis | Täglich durch Sie |
| Tägliche Reinigung | Im Mund, unter der Brücke mit Interdentalbürsten und Einfädelhilfen | Außerhalb des Mundes; die Halteelemente werden zusätzlich geputzt |
| Pflege aus Sicht der Patientinnen und Patienten (ITI) | Schwieriger | Leichter |
| Oberkiefer | Gaumen bleibt frei | Mit mindestens vier Implantaten ohne Gaumenplatte möglich |
Laut ITI unterscheiden sich die von Patientinnen und Patienten berichteten Ergebnisse zwischen beiden Lösungen im Allgemeinen nicht; nur die Mundhygiene wird mit der herausnehmbaren Implantatprothese als leichter empfunden. Die Wahl soll aber nicht allein darauf beruhen, sondern sich nach Anatomie, Befund und Ihren Bedürfnissen richten.
Müller und Schimmel (2014) fordern für eine herausnehmbare Implantatprothese im zahnlosen Oberkiefer mindestens vier Implantate. In einer Übersichtsarbeit von 2018 erläutert Müller, dass sich bei einer herausnehmbaren Implantatprothese die Haltekraft verringern oder die Halteelemente entfernen lassen, sodass eine herkömmliche Prothese entsteht, falls jemand später mit der Handhabung nicht mehr zurechtkommt; die Planung sollte daher von Anfang an umkehrbar gedacht werden. Dies sind allgemeine Informationen; welche Lösung zu Ihnen passt, wird bei der Untersuchung beurteilt.
Wie bleibt der Zahnersatz über die Jahre sauber?
Laut Srinivasan et al. wird Zahnbelag oft nur unzureichend entfernt, wenn Sehkraft, Tastsinn und Fingerfertigkeit nachlassen; sie empfehlen, ältere Implantatpatientinnen und -patienten engmaschig zu begleiten und die technische Komplexität des Zahnersatzes zu verringern, wenn die Fähigkeiten abnehmen. Laut ITI muss die Pflege durch die Patientin oder den Patienten und/oder durch Pflegende gesichert sein. Müller und Schimmel raten, Implantate in einem Lebensabschnitt vorzuschlagen, in dem der Eingriff noch nicht als unüberwindbare Hürde empfunden wird; Müller warnt zudem davor, dass Menschen beim Umzug in eine Pflegeeinrichtung aus dem Recall ihrer Zahnarztpraxis verschwinden.
Praktisch heißt das:
- Lassen Sie sich im eigenen Mund zeigen, womit Sie unter der Brücke reinigen. Die Cleveland Clinic empfiehlt eine weiche Zahnbürste, eine nicht scheuernde Zahnpasta sowie Einfädelhilfen für Zahnseide und Interdentalbürsten.
- Wenn Ihnen zu Hause jemand hilft, lernen Sie die Reinigung gemeinsam.
- Nehmen Sie Kontrolltermine wahr. Mehr in unseren Ratgebern zur Pflege von Zahnersatz auf Implantaten und zur Periimplantitis.
Wie funktionieren Nachsorge und Kontrollen nach der Rückkehr?
Den größten Teil der Einheilzeit und die Jahre danach verbringen Sie zu Hause. Planen Sie die Nachsorge deshalb vor Behandlungsbeginn:
- Fragen Sie Ihre Zahnarztpraxis zu Hause, ob sie Kontrollen und Reinigung an einer im Ausland angefertigten Implantatbrücke übernimmt.
- Lassen Sie sich vor Behandlungsbeginn den schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan geben, und bewahren Sie Implantatpass und die Kopie Ihrer Behandlungszusammenfassung für Ihre Praxis zu Hause auf.
- Zwischen den beiden Aufenthalten tragen Sie ein Provisorium; mehr im Ratgeber zum Provisorium bei festen Zähnen auf Implantaten.
- Fragen Sie vor der Buchung des Rückflugs, ab wann Fliegen nach Ihrem Eingriff unbedenklich ist.
Siehe auch unsere Seite zur Nachsorge.
Wie wird die Behandlung älterer Patientinnen und Patienten bei Rönesans geplant?
Ob feste Zähne auf Implantaten für Sie infrage kommen, wird bei einer Untersuchung vor Ort mit DVT-Aufnahme in unserer Praxis in Serdivan, Sakarya, beurteilt; Knochen und Allgemeingesundheit werden dabei berücksichtigt. Wir setzen festsitzende Brücken auf vier oder sechs Implantaten ein; welche Planung oder andere Lösung zu Ihnen passt, wird bei der Untersuchung beurteilt. Knochenaufbau, Sinuslift und weitere oralchirurgische Eingriffe führen wir in unserer Praxis durch, und in der Einheilzeit wird je nach Fall ein Provisorium eingesetzt. Sie wissen von Anfang an, welche Zahnärztin oder welcher Zahnarzt Sie behandelt, und die Nachsorge folgt einem festgelegten Ablauf.
Bei Ihrer Ankunft werden Sie am Flughafen abgeholt und zu unserer Partnerunterkunft in Sapanca gebracht; die Fahrt dauert meist 1,5 bis 2 Stunden. Am Anreisetag ruhen Sie sich in der Regel aus, die Untersuchung findet am nächsten Tag statt. Vorab können Sie uns per WhatsApp unter +90 532 363 49 54 Fotos und Unterlagen für eine erste Voreinschätzung senden, uns unter +90 264 606 09 43 anrufen oder über unsere Kontaktseite schreiben. Nachrichten auf Deutsch und Englisch beantworten wir während der Öffnungszeiten innerhalb von höchstens 15 Minuten; die Kommunikation auf Deutsch übernimmt ein Teammitglied mit Deutsch als Muttersprache.