Wie lange hält ein Zahnbleaching?

Kurz gesagt

Ein Zahnbleaching hält nicht dauerhaft. Laut Bundeszahnärztekammer kann die Wirkung mehrere Monate bis zu zwei Jahre anhalten, der britische NHS nennt etwa drei Jahre. Wie lange es bei Ihnen hält, hängt vor allem von Rauchen, Kaffee, Tee, Rotwein und der Mundpflege ab. Kronen, Füllungen und Veneers hellen sich nicht auf. Eine Auffrischung ist möglich, aber nicht mehrmals im Jahr.

Medizinisch geprüft von: Dt. Muhammed Raşid KızılarslanoğluAktualisiert:

Wie lange hält ein Zahnbleaching in der Regel?

Ein Bleaching hellt die natürliche Zahnfarbe auf, aber nicht für immer. Das österreichische Gesundheitsportal gesundheit.gv.at formuliert es deutlich: Kein Bleaching liefert dauerhafte Ergebnisse. Wie lange die Wirkung anhält, geben die Quellen unterschiedlich an:

  • Bundeszahnärztekammer (BZÄK): Bei Verzicht auf färbende Stoffe und sorgfältiger Mundpflege kann die Wirkung mehrere Monate, aber auch bis zu zwei Jahre anhalten.
  • NHS (britischer Gesundheitsdienst): Wer die Hinweise der Zahnärztin oder des Zahnarztes befolgt, kann mit etwa drei Jahren rechnen.
  • proDente: Mit guter Pflege und regelmäßiger professioneller Zahnreinigung kann die Aufhellung im Idealfall mehrere Jahre halten.
  • Bristol Dental School: Die Zahnfarbe kann mit der Zeit wieder nachdunkeln, dann muss das Bleaching wiederholt werden.

Langzeitdaten sind selten. In einer Untersuchung von Ritter und Kollegen (2002) wurden Personen, die mit einer individuellen Schiene und zehnprozentigem Carbamidperoxid gebleicht hatten, nach etwa zehn Jahren erneut befragt: 43 Prozent der 30 Teilnehmenden gaben an, dass die Farbe aus ihrer Sicht gehalten hatte. Die Gruppe war klein, und das Ergebnis beruht auf der Selbsteinschätzung, es taugt deshalb nicht als Erwartung für alle.

Wovon hängt es ab, wie lange das Ergebnis hält?

Laut gesundheit.gv.at bestimmen vier Dinge die Haltbarkeit: die Methode, die Stärke des Bleichmittels, die häusliche Mundhygiene und die Ernährung. Die BZÄK nennt Rauchen sowie Kaffee, Tee, Rotwein und andere färbende Lebensmittel als Faktoren, die den aufhellenden Effekt verkürzen. Die American Dental Association (ADA) zählt zu den Ursachen äußerer Verfärbungen Tabak sowie pigmentierte Speisen und Getränke wie Kaffee, Tee, Rotwein und Cola.

Die Art der Verfärbung spielt ebenfalls eine Rolle. Die ADA unterscheidet äußere Verfärbungen, also Ablagerungen auf dem Schmelz, von inneren Verfärbungen, die im Zahn selbst entstehen, etwa durch Fluorose, bestimmte Antibiotika in der Kindheit oder einen abgestorbenen Zahnnerv. Auch mit dem Alter wird der Schmelz dünner und durchscheinender. Innere Verfärbungen sprechen anders auf ein Bleaching an als äußere; was bei Ihnen zu erwarten ist, zeigt die Untersuchung.

Die ersten Tage zählen besonders: Laut proDente sind die Zähne direkt nach dem Bleaching besonders anfällig für neue Verfärbungen, färbende und säurehaltige Lebensmittel sollten in dieser Zeit gemieden werden. Was Sie in den ersten Tagen und Wochen beachten sollten, von Kaffee bis zu empfindlichen Zähnen, haben wir im Ratgeber Nach dem Bleaching: Haltbarkeit und Pflege zusammengestellt; hier wiederholen wir diese Punkte nicht.

Warum hellen sich Kronen, Füllungen und Veneers nicht auf?

Bleichgel wirkt nur auf natürliche Zahnsubstanz. Die BZÄK schreibt, dass Zahnersatz wie Veneers, Kronen oder Brückenkonstruktionen und Zahnfüllungen nicht aufgehellt werden und gegebenenfalls an die neue Zahnfarbe angepasst werden müssen. Der NHS weist ebenfalls darauf hin, dass sich nur die Farbe natürlicher Zähne aufhellen lässt. Laut ADA können vorhandene Restaurationen nach dem Bleaching deshalb sichtbar von den Nachbarzähnen abweichen.

Für die Planung heißt das: Wenn an den Frontzähnen Füllungen, Kronen oder Veneers vorhanden sind oder neu geplant werden, wird in der Regel zuerst gebleicht und erst danach die Farbe der Restaurationen festgelegt. Mehr zur Reihenfolge lesen Sie auf der Seite Bleaching und im Ratgeber Veneers oder Zirkonkronen.

Wie wird die Wirkung erhalten, und wann kann aufgefrischt werden?

Die Haltbarkeit lässt sich beeinflussen:

  1. Färbendes einschränken: Kaffee, Tee, Rotwein, Cola und Tabak sind laut BZÄK und ADA die wichtigsten Verursacher neuer Verfärbungen. Nach solchen Getränken den Mund mit Wasser ausspülen hilft, Ablagerungen zu verringern.
  2. Mundpflege und professionelle Zahnreinigung: proDente nennt gute Pflege und regelmäßige professionelle Zahnreinigung als Voraussetzung dafür, dass das Ergebnis lange hält. Äußere Verfärbungen lassen sich oft schon durch eine Reinigung entfernen.
  3. Whitening-Zahnpasten zurückhaltend einsetzen: Laut BZÄK wirken sie vor allem über stark abrasive Putzkörper, die äußere Verfärbungen entfernen; der regelmäßige Gebrauch kann den Zahnschmelz aufrauen und ist nicht zu empfehlen.
  4. Auffrischen mit Maß: Lässt die Wirkung nach, kann laut proDente erneut gebleicht werden; die BZÄK rät nach Angaben von proDente jedoch, Aufhellungen nicht mehrmals im Jahr anzuwenden. gesundheit.gv.at warnt, dass zu häufiges und intensives Bleaching den Zähnen schaden kann.

Von Sets ohne zahnärztliche Kontrolle raten die Quellen ab. Der NHS schreibt, dass Produkte aus der Apotheke oder aus dem Internet weniger gut wirken und Zähnen und Zahnfleisch schaden können. Die BZÄK empfiehlt vor jeder Anwendung aufhellender Gele eine Kontrolle auf Karies und Risse in Kronen oder Füllungen, weil das Bleichmittel sonst in den Zahn eindringen und den Nerv schädigen kann.

Für wen ist ein Bleaching nicht geeignet?

Der NHS führt ein Bleaching nicht bei Personen unter 18 Jahren, bei nicht gesunden Zähnen oder Zahnfleisch und nicht in Schwangerschaft und Stillzeit durch. Die BZÄK rät Schwangeren und Stillenden wegen unzureichender Datenlage ebenfalls grundsätzlich von einer Zahnaufhellung ab. gesundheit.gv.at nennt zusätzlich freiliegende Zahnhälse, empfindliche Zähne, undichte Füllungen und Verfärbungen durch Schmelzverlust, etwa nach säurehaltigen Getränken, als Situationen, in denen ein äußeres Bleaching vermieden werden sollte. Deshalb steht vor jedem Bleaching eine Untersuchung.

Was bedeutet das für ein Bleaching in der Türkei?

In unserer Praxis wird ausschließlich in der Praxis gebleicht (In-Office), nicht mit Schienen zu Hause. Laut BZÄK wird beim In-Office-Verfahren das Zahnfleisch abgedichtet, das Gel aufgetragen und nach etwa 15 Minuten Einwirkzeit abgesprüht; je nach Ausgangsfarbe und Ziel kann der Vorgang wiederholt werden. Für Sie als Reisende hat das einen praktischen Vorteil: Das Bleaching ist mit dem Aufenthalt abgeschlossen, und Sie müssen zu Hause keine Schienen weiterverwenden.

Vor dem Bleaching untersuchen wir Zähne und Zahnfleisch und entfernen Beläge und äußere Verfärbungen; dafür steht in der Praxis ein Gerät zur Verfügung, das ein Gemisch aus Luft, Wasser und feinem Pulver auf die Zahnoberfläche sprüht. Ob ein Bleaching für Sie infrage kommt und ob es mit Kronen oder Veneers kombiniert werden soll, entscheiden wir gemeinsam nach der Untersuchung. Eine erste Voreinschätzung erhalten Sie, wenn Sie uns Fotos Ihrer Zähne per WhatsApp an +90 532 363 49 54 senden; die Kommunikation auf Deutsch übernimmt ein Teammitglied mit Deutsch als Muttersprache.

Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie einen schriftlichen Behandlungs- und Kostenplan; die Kosten ergeben sich aus dem Plan nach der Untersuchung. Bei der Abreise bekommen Sie eine Kopie Ihrer Behandlungszusammenfassung, mit der Ihre Zahnarztpraxis zu Hause eine spätere Auffrischung planen kann. Bei Fragen nach der Rückkehr erreichen Sie uns per WhatsApp; wie das abläuft, beschreibt die Seite Nachsorge. Eine Übersicht über Planung und Ablauf finden Sie unter Zahnbehandlung in der Türkei.

Quellen
  1. Bleaching (Zahnaufhellung) – Bundeszahnärztekammer
  2. Zähne bleichen: Das sollten Sie beim Bleaching beachten! – Initiative proDente e.V., 2024
  3. Zahnverfärbungen – Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs (gesundheit.gv.at)
  4. Teeth whitening – NHS
  5. Whitening – American Dental Association (ADA), Oral Health Topics
  6. Tooth whitening – Bristol Dental School, University of Bristol
  7. Ritter AV, Leonard RH, St. Georges AJ, Caplan DJ, Haywood VB. Safety and stability of nightguard vital bleaching: 9 to 12 years post-treatment. Journal of Esthetic and Restorative Dentistry, 2002;14(5):275–285.

Häufige Fragen

Hält ein Bleaching in der Praxis länger als ein Home-Bleaching?

Die geprüften Quellen machen dazu keine eindeutige Aussage. Laut dem österreichischen Gesundheitsportal hängt die Haltbarkeit von der Methode, der Stärke des Bleichmittels, der Mundhygiene und der Ernährung ab, nicht nur vom Ort der Anwendung. Entscheidend für die Dauer sind nach Angaben der Bundeszahnärztekammer vor allem Rauchen und färbende Lebensmittel.

Wie schnell werden die Zähne nach dem Bleaching wieder dunkler?

Das ist individuell unterschiedlich. Laut proDente sind die Zähne vor allem in den ersten Tagen nach dem Bleaching besonders anfällig für Verfärbungen; danach lässt die Wirkung je nach Gewohnheiten langsam nach. Die Bristol Dental School weist darauf hin, dass die Zahnfarbe mit der Zeit wieder nachdunkeln kann und das Bleaching dann wiederholt werden muss.

Kann ich das Bleaching später bei meinem Zahnarzt in Deutschland auffrischen lassen?

Ja, eine Auffrischung ist nicht an die Praxis gebunden, in der zuerst gebleicht wurde. Hilfreich ist, wenn Ihre Zahnarztpraxis zu Hause weiß, wann und mit welchem Verfahren gebleicht wurde; nehmen Sie deshalb die Kopie Ihrer Behandlungszusammenfassung mit. Die Bundeszahnärztekammer rät laut proDente, Aufhellungen nicht mehrmals im Jahr anzuwenden.

Hellen sich meine Kronen oder Füllungen mit auf?

Nein. Laut Bundeszahnärztekammer werden Zahnersatz wie Veneers, Kronen oder Brücken und Zahnfüllungen nicht aufgehellt; sie müssen gegebenenfalls an die neue Zahnfarbe angepasst werden. Deshalb wird meist zuerst gebleicht und erst danach die Farbe neuer Kronen oder Veneers festgelegt.

Hält ein Bleaching-Set aus der Drogerie genauso lange?

Der NHS schreibt, dass Sets aus der Apotheke oder aus dem Internet weniger gut wirken und Zähnen und Zahnfleisch schaden können. Laut Bundeszahnärztekammer sollte vor jeder Anwendung aufhellender Gele kontrolliert werden, ob Karies oder undichte Füllungen vorliegen, weil das Bleichmittel sonst in den Zahn eindringen kann. Eine Anwendung ohne zahnärztliche Kontrolle ist deshalb nicht zu empfehlen.

Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klärt die Untersuchung

Senden Sie uns Fotos oder Röntgenbilder per WhatsApp für eine Voreinschätzung. Der endgültige Plan entsteht erst nach der Untersuchung vor Ort.

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